28.04.2017 Martin Weiß

Amazon nach Q1-Zahlen: 1.000 Dollar in Sicht

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Die Amazon-Aktie ist nach besser als erwarteten Q1-Zahlen auf dem Weg zur 1.000-Dollar-Marke. Vor allem das lukrative Cloud-Geschäft wächst rasant. Doch es gibt auch ein Haar in der Suppe.

Anleger jubeln, Aktie steigt

Der E-Commerce-Riese meldete am Donnerstag nach Handelsende deutlich besser als erwartete Geschäftszahlen. Die Details finden Sie hier.

Binnen weniger Minuten nach der Veröffentlichung schoss der Kurs bis auf 960 Dollar,  bevor Gewinnmitnahmen einsetzten und das Papier bei 952 Dollar schloss. Der Kursgewinn in der Spitze entspricht einem Zuwachs bei der Marktkapitalisierung von 28 (!) Milliarden Dollar.

Das besondere Interesse der Anleger bei Amazon gilt der Cloud, aka AWS. Hier wusste der Konzern einmal mehr zu überzeugen. Die Erlöse erhöhten sich im Jahresvergleich um 43 Prozent auf 3,66 Milliarden Dollar. Die Profitabilität in der Wolke bleibt mit 890 Millionen Dollar (+48 Prozent) beim operativen Gewinn sprichwörtlich himmlisch.

Das Haar in der Suppe? Der operative Gewinn im Konzern sank in Q1 im Jahresvergleich um sechs Prozent auf knapp eine Milliarde Dollar, dennoch schaffte Amazon das Kunststück und meldete ein im Jahresvergleich deutlich gestiegenen Gewinn je Aktie von 1,48 Dollar. Des Rätsels Lösung: Amazons Steuerquote betrug im ersten Quartal 2016 45 Prozent, ein Jahr später aber nur noch 24 Prozent.

Zugegeben, die Sache mit der Steuerquote ist Haarspalterei, zumal der Konzern in den ersten drei Monaten einen freien Cash-Flow von 10,2 Milliarden Dollar generierte, neue Produkte wie Alexa Echo und die Freihand-Kamera Look in den Markt drückte und in der Cloud weiter rasant wächst.

Fazit: Amazon hat mit den Q1-Zahlen überzeugt und marschiert nun Richtung der 1.000-Dollar-Marke. Dass die Aktie diese Hürde im ersten Versuch deutlich überspringt, ist nicht zu erwarten. Investierte Anleger sollten daher langsam über (zumindest teilweise) Gewinnmitnahmen nachdenken, oder einen Put zur Absicherung kaufen.

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