10.12.2019 Andreas Deutsch

Amazon: Bereut Bezos bald diese Attacke?

-%
Amazon.com
Trendthema

Amazon hat den milliardenschweren Cloud-Computing-Auftrag des US-Verteidigungsministeriums nach Ansicht des Unternehmens vor allem wegen „unzulässigen Drucks von Präsident Donald Trump“. Das Verhältnis zwischen Trump und Bezos dürfte nach dieser Aussage noch schlechter werden. Schießt der Präsident bald zurück?

Trumps Druck sei die „plausibelste" Erklärung für mehrere "offenkundige, unerklärliche“ technische Fehler, die zur Vergabe an den Konkurrenten Microsoft geführt hätten, hieß es in einer bei Gericht eingereichten Beschwerde des Internetkonzerns.

Trumps wiederholte Einmischung in die Auftragsvergabe habe das Pentagon derart unter Druck gesetzt, dass der Prozess nicht mehr ordnungsgemäß gewesen sei, hieß es in dem am Montag bekanntgewordenen Schriftstück.

Trump übt regelmäßig scharfe Kritik an Amazon-Chef Jeff Bezos, dem auch die Washington Post gehört, die kritisch über Trump berichtet. In dem auf den 22. November datierten Schreiben an das Gericht listet Amazon eine ganze Reihe von negativen Äußerungen und Beschimpfungen Trumps gegen Bezos, Amazon und die Washington Post auf.

US-Präsident ist kein Freund von Amazon-Chef Jeff Bezos.

Die Anwälte fordern daher, dass die Auftragsvergabe erneut geprüft und neu entschieden werden soll. „Es steht viel auf dem Spiel: Die Frage ist, ob es dem Präsidenten der Vereinigten Staaten erlaubt sein sollte, das Budget des Verteidigungsministeriums für seine persönlichen und politischen Ziele zu nutzen", hieß es weiter.

Auch wenn es wahrscheinlich ist, dass Trump nach den Vorwürfen von Amazon bald heftig zurückkeilt: Ein Unternehmen darf sich die Einflussnahme der Politik auf die Vergabe wichtiger Aufträge nicht gefallen lassen. Damit setzt Bezos ein klares Zeichen: Selbst ein Donald Trump steht nicht über dem Gesetz. Die Aktie bleibt ein Basisinvestment.  

(Mit Material von dpa-AFX) 

Buchtipp: The Four

Cambridge Analytica, Datenleaks, Steuerflucht: Die Tech-Giganten Amazon, Apple, Facebook und Google – oder wie Marketing-Guru Scott Galloway sie nennt: die vier apokalyptischen Reiter – werden von Skandalen geplagt. Und doch sind sie mächtiger und erfolgreicher als je zuvor. Man kann sie weder ignorieren noch boykottieren. Sie haben mit ihren Geschäftsmodellen die Regeln des Wirtschaftslebens und die Voraussetzungen für Erfolg neu definiert. Scott Galloway führt vor, wie die Vier unsere grundlegenden emotionalen Bedürfnisse mit einer Schnelligkeit und in einem Ausmaß manipulieren, an die andere nicht herankommen. Und er zeigt, welche Lehren man aus ihrem Aufstieg für sein eigenes Unternehmen oder seinen eigenen Job ziehen kann. Ob man mit ihnen konkurrieren, mit ihnen Geschäfte machen oder einfach in der Welt leben will, die von ihnen beherrscht wird – man muss die Vier verstehen

Autoren: Galloway, Scott
Seitenanzahl: 320
Erscheinungstermin: 05.03.2020
Format: Softcover
ISBN: 978-3-86470-682-0