14.05.2020 Emil Jusifov

Alphabet: Hier droht neuer Ärger

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Alphabet

Die Alphabet-Tochter Google sieht sich einer Beschwerde des österreichischen Datenschutzaktivisten Max Schrems gegenüber. Schrems befürchtet, dass Google Nutzer von Android-Geräten mit Hilfe einer Tracking-ID überwacht und die Daten an Werbetreibende weitergegeben werden. Google lehnte bisher einen Kommetar ab.

Laut Schrems würde Google bei jeder Registrierung an neuen Android-Handys eine Tracking-ID ohne Zustimmung der Nutzer platzieren, was sich im Widerspruch zu den seit 2018 in Kraft getretenen Datenschutzbestimmungen der EU stehe. Die Nutzer hätten keine wirkliche Kontrolle und könnten die ID nicht löschen.

Sollte Schrems mit seiner Beschwerde Erfolg haben, drohen Google empfindliche Strafen von bis zu vier Prozent des Jahresumsatzes. Schrems ist kein Unbekannter in der Szene der Datenschützer. So hat er bisher erfolglos versucht, den anderen Tech-Riesen Facebook wegen seiner Datenschutz-Praktiken (wegen der Verarbeitung von Nutzerdaten außerhalb der EU) vor dem Europäischen Gerichtshof zur Rechenschaft zu ziehen. Nun knöpft er sich also Alphabet vor.

Alphabet (WKN: A14Y6F)

DER AKTIONÄR geht aktuell nicht davon aus, dass Schrems Beschwerde Aussicht auf Erfolg hat. Spätestens nach dem Cambridge-Analytica-Skandal rund um Facebook, sollte Alphabet sensibilisiert genug sein, verantwortlich mit Nutzer-Daten umzugehen und sich an geltendes Recht in Datenschutzangelegenheiten zu halten. Alphabet bleibt für den AKTIONÄR ein Basis-Investment.

Der Autor Emil Jusifov hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Alphabet.

Buchtipp: Die Facebook-Gefahr

Facebook ist in die Kritik geraten. Bots, Trolle und Fake News sind Synonyme für die Pro­bleme des Konzerns. Spätestens seit Brexit und Trump sehen Nutzer die Reichweite und die Algorithmen mit Argwohn. Einer von Ihnen: Roger McNamee. Einst stolz darauf, zu den ersten Facebook-Investoren zu gehören, ist der Kapitalgeber und Tech-Experte nun zum scharfen Kritiker geworden. In seinem Buch rechnet er mit Mark Zuckerberg und Sheryl Sandberg ab. Ihre Reaktion auf den Missbrauch des sozialen Netzwerks ist seiner Ansicht nach völlig unzureichend und geht am Kern des Problems vorbei: der Bedrohung unserer demokratischen Grundordnung. „Die Facebook-Gefahr“ ist ein nicht zu überhörender Weckruf – für das Silicon Valley, für die Politik, für uns alle.

Autoren: McNamee, Roger
Seitenanzahl: 400
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Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-662-2