Die Allianz könnte ihr Geschäft in Asien ausbauen. Berichten zufolge befindet sich die Fondstochter Allianz Global Investors in exklusiven Gesprächen über den Kauf der Vermögensverwaltungssparte der United Overseas Bank aus Singapur. DER AKTIONÄR zeigt, was Anleger zu dem möglichen Deal wissen müssen.
Das Wichtigste kurz und knapp:
• Allianz Global Investors soll exklusiv über den Kauf von UOB Asset Management verhandeln.
• Der Deal könnte ein Volumen von rund 400 Millionen Euro haben.
• Für die Allianz wäre die Übernahme ein weiterer Schritt zum Ausbau des Asset-Management-Geschäfts in Asien.
Laut einem Bericht des Finanznachrichtendienstes Bloomberg hat sich Allianz GI im Bieterprozess um die Vermögensverwaltung der United Overseas Bank gegen mehrere Konkurrenten durchgesetzt. Die Fondstochter der Allianz gelte daher inzwischen als wahrscheinlichster Käufer von UOB Asset Management.
Der Wert der möglichen Transaktion wird auf bis zu 600 Millionen Singapur-Dollar taxiert. Umgerechnet wären das rund 400 Millionen Euro.
Eine endgültige Entscheidung ist allerdings noch nicht gefallen. Die Gespräche dauern laut Bloomberg an. Aktuell würden die Details einer möglichen Transaktion ausgearbeitet. Beide Seiten wollten sich zu den Berichten bisher nicht äußern.
UOB Asset Management wurde 1986 gegründet und befindet sich vollständig im Besitz der United Overseas Bank. Die Gesellschaft verwaltet Vermögen von umgerechnet mehr als 27,5 Milliarden Euro. Neben dem Heimatmarkt Singapur ist sie unter anderem in Brunei, Indonesien, Japan, Malaysia, Thailand und Vietnam vertreten.
Für Allianz GI wäre ein Zukauf in Singapur strategisch interessant. Die Fondstochter der Allianz verwaltete Ende März nahezu 600 Milliarden Euro. Zum Angebot gehören Aktien-, Anleihen-, Private-Market- und Multi-Asset-Strategien. Mit UOB Asset Management könnte Allianz GI ihre Präsenz in Südostasien stärken und zugleich Zugang zu einem etablierten regionalen Vertriebsnetz erhalten.
Ein zentraler Punkt der Verhandlungen ist laut Bloomberg genau dieses Vertriebsnetz. Offenbar geht es darum, in welchem Umfang die Vertriebskanäle der UOB in Südostasien Teil einer möglichen Transaktion wären. Gerade für einen ausländischen Vermögensverwalter kann dieser Zugang entscheidend sein, um verwaltete Kundengelder langfristig auszubauen.
Der mögliche Deal käme nicht überraschend. Allianz-GI-Chef Tobias Pross hatte sich bereits vor einem Jahr offen für Übernahmen gezeigt. Zudem hat sich Allianz GI an Chinas Rentenversicherung beteiligt. Die Fondstochter scheint also gezielt nach Wegen zu suchen, das Geschäft international auszubauen.
Für den Allianz-Konzern wäre ein erfolgreicher Zukauf ein weiteres Puzzlestück in der Wachstumsstrategie. Gerade in Asien bieten wachsende Vermögen, steigender Altersvorsorgebedarf und eine zunehmende Nachfrage nach professionellen Anlagelösungen langfristig attraktive Perspektiven.
Noch ist der Deal nicht durch. Sollte Allianz GI bei UOB Asset Management zum Zug kommen, wäre das strategisch aber sinnvoll und der genannte Preis in Ordnung. Der Zukauf würde die Position in Südostasien stärken und das Asset-Management-Geschäft breiter aufstellen. Für die Allianz-Aktie ändert sich kurzfristig wenig, langfristig passt der mögliche Schritt aber zur starken Investmentstory. Anleger können weiter zugreifen.
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Häufige Fragen zur Allianz-Aktie
Was macht die Allianz?
Die Allianz ist einer der größten Versicherungskonzerne der Welt und der größte in Europa. Zum Geschäft gehören Schaden- und Unfallversicherungen, Lebens- und Krankenversicherungen sowie die Vermögensverwaltung.
Zahlt die Allianz eine attraktive Dividende?
Ja. Die Allianz zählt zu den etablierten Dividendenwerten im DAX und schüttet in der Regel einmal jährlich eine Dividende an ihre Aktionäre aus.
Für wen eignet sich die Allianz-Aktie?
Die Allianz-Aktie eignet sich vor allem für langfristig orientierte Anleger, die auf ein etabliertes Geschäftsmodell, regelmäßige Ausschüttungen und ein solides Basisinvestment setzen.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Allianz.
Heute, 08:18