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15.05.2019 Benedikt Kaufmann

Alle steigen, Alphabet fällt – und Morgan Stanley warnt

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Alphabet

Die Aktien im NASDAQ wurden gestern von einer deutlichen Erholungsbewegung erfasst. Gaming-Aktien wie Electronic Arts, Software-Aktien wie Adobe und sogar Chip-Aktien wie AMD konnten teils deutliche Zuwächse verzeichnen. Kein Teil der Erholungsrallye war die Aktie von Google – wohl auch weil die Analysten von Morgan Stanley warnten.

„An Alphabets Fähigkeit langfristig innovativ zu bleiben, um die Monetarisierung und Reichweiten ihres Ökosystems zu verbessern, hat sich nichts geändert“, schrieben die Analysten von Morgan Stanley in einer Studie von Dienstag. Kurzfristig sehe es aufgrund von YouTube und dem langsameren Wachstum jedoch düster für die Aktie aus.

Problem YouTube

Der Werbeumsatz von Google ist im ersten Quartal nur um 15 Prozent angewachsen – im Vorjahr waren es noch 24 Prozent. Laut Finanzchefin Ruth Porat waren es insbesondere Änderungen an dem YouTube-Algorithmus, der für weniger Engagement und Umsatzwachstum sorgte.

So wurden beispielsweise die Werbe-Möglichkeiten für Videos, auf denen YouTube Fake-News oder Verschwörungstheorien vermutet wurden, deutlich eingeschränkt. Die kurzfristigen Erlöse werden damit hinter die langfristige Entwicklung der Marke YouTube gestellt.

Eigene Lösung

Jedoch hat YouTube-Chef Robert Kyncl bereits eine Lösung parat: „Während jede andere Medienfirma auf eine Paywall setzt, werden wir in die entgegengesetzte Richtung gehen.“

Zudem hat Google am Dienstag seinen Werbekunden neue Möglichkeiten vorgestellt, Anzeigen zu schalten. So soll beispielsweise personalisierte Werbung auf Gmail oder der Google Bildersuche gezeigt werden können.

Gleichzeitig soll der Shopping Service überarbeitet werden und eine neue Shopping App auf den Markt kommen. Google will hier den Anschluss an Amazon nicht verlieren. Vielversprechend könnte auch ein Shopping Feature für YouTube werden, der Zuschauern die Möglichkeit bietet, während des Streams ein Produkt zu kaufen.

Langfristig orientierte Anleger bleiben dabei

Die Schwächen im Werbegeschäft drücken kurzfristig auf die Kurse – langfristig könnten die Lösungsansätze jedoch den Umsatz wieder antreiben.

Die 200-Tage-Linie bei 1.137 Dollar und die 90-Tage-Linie bei 1.139 Dollar wurden gerissen. Der Relative-Stärke-Index notiert mit 31 Punkten nahe dem überkauften Bereich. Charttechnisch positiv: Ein RSI von 28 markierte bei der Alphabet-Aktie oft eine Umkehr des kurzfristigen Abwärtstrends.

Buchtipp: Die Facebook-Gefahr

Facebook ist in die Kritik geraten. Bots, Trolle und Fake News sind Synonyme für die Pro­bleme des Konzerns. Spätestens seit Brexit und Trump sehen Nutzer die Reichweite und die Algorithmen mit Argwohn. Einer von Ihnen: Roger McNamee. Einst stolz darauf, zu den ersten Facebook-Investoren zu gehören, ist der Kapitalgeber und Tech-Experte nun zum scharfen Kritiker geworden. In seinem Buch rechnet er mit Mark Zuckerberg und Sheryl Sandberg ab. Ihre Reaktion auf den Missbrauch des sozialen Netzwerks ist seiner Ansicht nach völlig unzureichend und geht am Kern des Problems vorbei: der Bedrohung unserer demokratischen Grundordnung. „Die Facebook-Gefahr“ ist ein nicht zu überhörender Weckruf – für das Silicon Valley, für die Politik, für uns alle.

Autoren: McNamee, Roger
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Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-662-2