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24.03.2020 Lars Friedrich

Alibaba: Größter Aktionär kündigt Milliarden-Verkäufe an

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Alibaba
Trendthema

Mitten in der allgemeinen Corona-Marktschwäche legt der Softbank-Aktienkurs deutlich zu. Die japanische Beteiligungsgesellschaft plant Verkäufe von Unternehmensanteilen. Insidern zufolge sollen auch Alibaba-Aktien im Gesamtwert von mehreren Milliarden Dollar abgestoßen werden. DER AKTIONÄR erklärt die Hintergründe.

In den kommenden zwölf Monaten will Softbank durch Beteiligungsverkäufe insgesamt 41 Milliarden Dollar einnehmen, verkündete das Unternehmen. 14 Milliarden Dollar soll dabei der Verkauf von Alibaba-Aktien bringen. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf Insider. Das Geld soll unter anderem für Schuldenabbau und Aktienrückkäufe verwendet werden.

Wie im Februar in Ausgabe 8/2020 berichtet („Macht, Milliarden und Momentum“ – Paywall), hatte bei Softbank die berühmt-berüchtigte Firma Elliott Management ihren Anteil aufgestockt. Elliott wurde vom aktivistischen Investor Paul Singer gegründet, der unter anderem vor knapp einem Jahr auch bei Bayer eingestiegen ist. Singer und sein Team setzen darauf, dass Softbank unterbewertet ist, drängen auf Maßnahmen, die den Aktienkurs erhöhen sollen. Dazu zählen beispielsweise die nun verkündeten Aktienrückkäufe und Beteiligungsverkäufe.

Softbank-Gründer Masayoshi Son hatte vor gut einem Monat verkündet, er wolle nicht mehr als „das absolute Minimum“ (siehe Artikel) an Alibaba-Aktien verkaufen. Bei knapp über 200 Dollar pro Alibaba-Aktie war die von Softbank gehaltene Position zuletzt rund 146 Milliarden Dollar wert. Softbank wird sich also voraussichtlich von kaum mehr als zehn Prozent seiner Gesamtposition trennen.

Dass es überhaupt dazu kommt, könnte auch damit zu tun haben, dass Softbank Bloomberg zufolge einen Teil der Aktien genutzt hat, um den Kreditmarkt anzuzapfen. Die Kosten für Ausfallversicherungen waren zuletzt extrem in die Höhe geschossen, weil Softbank den Fokus auf risikoreiche Tech-Beteiligungen legt. Softbank ist nun offenbar zu einem ungünstigen Zeitpunkt gezwungen, Risiko abzubauen. Sonst könnten sich schlimmstenfalls Gläubiger die Alibaba-Aktien schnappen.

Ex-Alibaba-Großaktionär Altaba hatte sich bis Ende Januar nahe des Allzeithochs von seinen restlichen Aktien getrennt.

Alibaba bringt es auf einen Börsenwert von ungefähr 500 Milliarden Dollar.

Langfristig orientierte Alibaba-Investoren können gelassen bleiben. Der Kurs wird derzeit vor allem durch die Coronakrise und die damit verbundenen Marktturbulenzen belastet. Doch dem chinesischen E-Commerce-Riesen gehört die Zukunft, und der Teilverkauf durch Softbank wird möglichst kursschonend geschehen. Unter anderem hat Alibaba selbst ein Mitspracherecht in der Angelegenheit und könnte einen Teilverkauf zu einem ungünstigen Zeitpunkt um bis zu drei Monate verschieben lassen. Für Nachzügler ist die Korrektur bei Alibaba eine Einstiegschance.

Alibaba (WKN: A117ME)

Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren: Alibaba.

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