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21.12.2020 Michael Schröder

AKTIONÄR-Top-Tipp Allgeier: Nagarro-Abspaltung erfolgreich vollzogen - alle Details und Hintergründe

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Allgeier

DER AKTIONÄR hat frühzeitig auf die Chancen und Risiken hingewiesen: Allgeier hat in der vergangenen Woche das in der Nagarro-Gruppe gebündelte internationale Softwareentwicklungs- und Digitalisierungsgeschäft erfolgreich abgespalten. Mit Nagarro und Allgeier gibt es nun zwei börsennotierte Gesellschaften, die in Summe sogar höher bewertet sind als die bisherige Allgeier und beide für sich über interessante Perspektiven verfügen.

Sie interessieren sich für die Welt der heimischen Nebenwerte? Mit den kostenlosen Real-Depot News können Sie sich unverbindlich ein Bild von den vielseitigen Anlagemöglichkeiten im Small-Cap-Bereich machen. AKTIONÄR-Redakteur Michael Schröder schreibt Ihnen seine Einschätzung zu interessanten Investmentideen und aussichtsreichen Nebenwerten.

Allgeier führt mit einem kompletten IT-Dienstleistungsspektrum seine Kunden durch die Herausforderungen des digitalen Wandels. Dazu zählen unter anderem maßgeschneiderte Software und Technologie-Dienstleistungen, komplette IT-Lösungen, das SAP- Integrationsgeschäft und flexible IT-Lösungen für Arbeitskräfte und Personaldienstleistungen. Damit alle Einheiten ihren Vorzügen entsprechend entwickelt werden können, wurde die Holdingstruktur entflechtet und das in der Nagarro-Gruppe gebündelte internationale Softwareentwicklungs- und Digitalisierungsgeschäft abgespalten.

Formal notiert der Kurs der Allgeier-Aktie nach dem Wirksamwerden des Spin-off "ex Abspaltung". Vergleichbar wie bei Dividenden wird die Allgeier-Aktie ohne den Wert der Nagarro-Aktie gehandelt.

1+1 = mehr als 2

Nagarro wurde bei seinem Börsendebüt am 16. Dezember mehr als dreimal so hoch bewertet wie die bisherige Muttergesellschaft. Der erste Kurs der Nagarro-Aktie lag bei 69,00 (Börsenwert: 785 Millionen Euro), die Allgeier-Papiere starteten mit 24,20 Euro. Nagarro legten im Anschluss auf über 80 Euro zu, während der Allgeier-Kurs unter die 18-Euro-Marke abrutschte. Am Ende war die Abspaltung an sich aber wertsteigernd für die alle Anleger. Zusammen sind die beide Aktien aktuell rund 98,00 Euro wert – der Allgeier-Schlusskurs am 15. Dezember lag bei 87,20 Euro.

Nagarro will wachsen

Der Hintergrund der Maßnahme ist bekannt: Nagarro wird nach der Abspaltung direkter mit der Peergroup wie Epam Systems oder Globant vergleichbar sein. Diese sind beide deutlich höher bewertet. Mit dem separaten Listing dürfte die Unterbewertung deutlich und vor allem auch abgebaut werden. Nagarro will dazu ab dem kommenden Jahr wieder dynamisch wachsen und dabei eine bereinigte EBITDA-Marge in der Größenordnung von etwa 15 Prozent erreichen.

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“Als ein eigenständig börsennotiertes Unternehmen können wir nun von unserer eigenen Marke profitieren. Wir konkurrieren auf der Weltbühne und konzentrieren uns auf den Ausbau unserer Fähigkeiten, noch mehr Kunden digitale ,Best-in-Class'-Dienstleistungen anzubieten”, so Manas Fuloria, Custodian of Entrepreneurship in the Organization (CEO) bei Nagarro. “Wir adressieren einen sehr großen Markt, der jährlich zweistellig wächst und von strukturellen Faktoren getragen wird.” Der Firmenlenker ist daher zuversichtlich, das profitable Wachstum fortzusetzen und einen Mehrwert für alle Aktionäre schaffen zu können.

Allgeier auf Kurs

Aber auch die Allgeier SE mit ihren IT-Lösungen für Arbeitskräfte und Personaldienstleistungen sollte man nicht völlig außer Acht lassen, da diese ab 2021 wieder auf ihren Wachstumspfad zurückzukehren sollte. Der Vorstand erwartet im kommenden Jahr einen Umsatz zwischen 360 bis 400 Millionen Euro und ein EBITDA der zwischen 31 und 35 Millionen Euro. Für 2020 soll das bereinigte EBITDA bei einem Umsatz zwischen 352 und 356 Millionen Euro 28 bis 30 Millionen Euro erreichen. Warburg Research hat die Aktie mit einem Kursziel von 19,50 Euro in die Bewertung aufgenommen.

Am Ende gibt es mit Nagarro und Allgeier zwei börsennotierte Gesellschaften. Bei beiden bleiben neben dem organischen Wachstum Akquisitionen Teil der Wachstumsstrategie. Weitere Zukäufe und neue Kunden könnten die Entwicklung bei beiden Gesellschaften daher jederzeit beeinflussen.

DER AKTIONÄR hat frühzeitig auf die Chancen und Risiken bei Allgeier hingewiesen. Die Aktie zählte im laufenden Jahr zu den Top-Performern auf dem heimischen Kurszettel. Der erfolgreiche Spin-off rundet die ganze Story ab. Der Blick nach vorne macht Lust auf mehr. Beide Gesellschaften dürften ihren Weg gehen. Das sollte auch der Kursverlauf von beiden Aktien zeigen.

Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR.