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Airbus: Rückschlag für die Konkurrenz – MDAX-Wert springt hoch

Airbus: Rückschlag für die Konkurrenz – MDAX-Wert springt hoch
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13.07.2020, 11:45 ‧ Martin Mrowka

China und Russland haben sich vorgenommen, die weltweite Dominanz von Airbus und Boeing im Verkehrsflugzeugbau zu durchbrechen. Ihr Joint Venture China-Russia Commercial Aircraft International Company, kurz CRAIC, entwickelt einen eigenen Großraumjet. Doch wegen gravierernder Probleme kommt der nun frühestens 2029. Die Airbus-Aktie profitiert.

Am Computer und in Windkanal-Tests feilen chinesiche und russische Ingenieure bereits am finalen Design der CRAIC CR929. Mit dem Flugzeug soll eigentlich den Langstrecken-Jets Boeing Dreamliner und Airbus A350 bald Konkurrenz gemacht werden. Künftige Zulieferer und Projektpartner werden bereits geplant.

Doch nun gibt es ernste Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern. Hintergrund ist offenbar ein Streit über die strategische Ausrichtung des CR929-Programms, bei dem die beiden Partnerländer unterschiedliche Prioritäten setzen, schreibt die FlugRevue.

Russlands Industrie- und Handelsminister Denis Manturow verwies darauf, dass die Chinesen vor allem das Ziel hätten, Zugang zu den Technologien zu erhalten, um damit Flugzeuge für den eigenen Markt bauen zu können und diesen nicht alleine Boeing und Airbus zu überlassen. Russland dagegen will mit der CR 929 die weltweiten Märkte erschließen, denkt also stark an das Exportgeschäft.

Aufgrund der Schwierigkeiten können die ersten Serienflugzeuge des Gemeinschaftsunternehmens nun wohl erst zwischen 2028 und 2029 ausgeliefert werden, anstatt, wie bisher kolportiert, zwischen 2025 und 2027. 

Die Airbus-Aktie gehört im MDAX heute mit einem Plus von zeitweise mehr als drei Prozent auf 67,80 Euro zu den stärksten Werten. Charttechnisch positiv zu werten ist, dass die 50-Tage-Linie nun bereits mehrfach erfolgreich verteidigt werden konnte.

Airbus (WKN: 938914)

Doch Langstreckenflieger wie die A350 sind seit der Coronakrise auch nicht gerade begehrt. Auch der 'Dreamliner' von Boeing leidet unter wenigen Neubestellungen. In der Branche geht man davon aus, dass sich zuerst der Kurz- und Mittelstreckenverkehr wieder erholen wird, die Langstrecken dagegen werden wohl länger benötigen, bis sich der Markt auf Vor-Corona-Niveau erholt.

Die Airbus-Aktie gehört nicht zu den Papieren, die man derzeit unbedingt haben muss. Wer einen langen Atem hat, kann sich jedoch ein paar Stücke ins Depot legen. DER AKTIONÄR hatte bereits im März empfohlen, das arg gedrückte Kursniveau um 50 Euro für den Aufbau erster Positionen in Airbus zu nutzen. Engagierte Anleger halten die MDAX-Papiere, sollten jedoch spätestens bei 56 Euro die Stop-Loss-Reißleine ziehen.

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Quelle: DER AKTIONÄR 29/20

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