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Airbus-Rivale Boeing: Es nimmt kein Ende – Millionenstrafe und schwere Vorwürfe

Airbus-Rivale Boeing: Es nimmt kein Ende – Millionenstrafe und schwere Vorwürfe
Foto: Boeing
Boeing Co. -%
Marion Schlegel 07.03.2020, 10:57 Marion Schlegel

Die US-Luftfahrtaufsicht FAA fordert von Boeing wegen nicht zugelassener Bauteile in Hunderten Flugzeugen ein Bußgeld von 19,7 Millionen Dollar (17,5 Millionen Euro). Die Behörde wirft dem Flugzeugbauer laut einer Mitteilung vom Freitag vor, in 791 Jets der 737-Baureihe bestimmte Sensoren eingebaut zu haben, die noch nicht genehmigt worden waren. Konkret geht es um Bauteile des Herstellers Rockwell Collins in 618 Boeing 737 NG und 173 Boeing 737 Max. Boeing hat 30 Tage Zeit, die Strafe zu zahlen oder anzufechten.

Das Unternehmen erklärte, bei der Untersuchung der FAA kooperiert und bereits auf die Beanstandungen reagiert zu haben. Boeing steckt seit über einem Jahr in einer schweren Krise, weil für seinen bestverkauften Flugzeugtyp 737 Max nach zwei Abstürzen mit 346 Toten weltweit Startverbote verhängt wurden. Bei den nicht zugelassenen Sensoren, die nun von der FAA geahndet wurden, gehe es aber nicht um ein Sicherheitsproblem, sondern um Versäumnisse bei bestimmten Unterlagen zur Zertifizierung, teilte der Airbus -Rivale mit.

Boeing (WKN: 850471)

Indes hat knapp ein Jahr nach dem zweiten Absturz einer Boeing 737 Max binnen weniger Monate ein Untersuchungsausschuss des US-Kongresses schwere Vorwürfe gegen den Flugzeugbauer und die Luftfahrtaufsicht FAA erhoben. Die Überprüfung der 737 Max sei "in grober Weise unzureichend" gewesen, heißt es in dem vorläufigen Untersuchungsbericht des Ausschusses vom Freitag. Die FAA habe ihre Pflicht bei der Erkennung entscheidender Sicherheitsprobleme im Rahmen der Zertifizierung des Flugzeugs nicht erfüllt.

Die Kritik am Hersteller Boeing ist ebenfalls heftig. Die 737 Max sei bereits in ihrer Entwicklung durch technische Fehler und einen Mangel an Transparenz gegenüber Aufsehern und Kunden "ruiniert" gewesen, so der für die Aufarbeitung der Abstürze zuständige Ausschuss des US-Repräsentantenhauses. Zudem beschuldigt der vorläufige Untersuchungsbericht Boeing, Informationen zum Betrieb und zur Technik des Flugzeugs verschleiert und zurückgehalten zu haben. Die Rede ist von einer "Kultur des Verheimlichens" bei dem Konzern.

Boeing rechnete zuletzt damit, dass die Flieger Mitte 2020 wieder zugelassen werden.

Die Aktie von Boeing ist zuletzt auf ein neues 2-Jahrestief gerutscht. Im Zuge der Corona-Krise hat es auch die Aktie des Konkurrenten Airbus in den vergangenen Wochen heftig getroffen. Aus langfristiger Sicht sind die derzeitigen Kurse bei Airbus absolut interessant. Anleger warten aber eine erfolgreiche Bodenbildung ab.

(Mit Material von dpa-AFX)

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