03.05.2019 Benedikt Kaufmann

Activision Blizzard: Management gibt keine Antworten

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Activision Blizzard
Trendthema

Activision Blizzard konnte im ersten Quartal 2019 sowohl die Erwartungen der Analysten als auch die eigene Prognose übertreffen. Dennoch behält der Gaming-Konzern seinen vorsichtigen Ausblick fürs laufende Jahr unverändert bei. Das vorsichtige Management enttäuscht die Anleger – die Aktie gibt nachbörslich über fünf Prozent ab.

Solide Q1-Zahlen

Im ersten Quartal erzielte Activision Blizzard Nettobuchungen von 1,26 Milliarden Dollar. Damit übertraf der Gaming-Konzern nicht nur die Erwartungen der Analysten von 1,23 Milliarden Dollar sondern auch die eigene Prognose von 1,18 Milliarden Dollar.

Die Gewinne je Aktie von 0,78 Dollar lagen ebenfalls über den Erwartungen.

Prognose bleibt hinter den Erwartungen zurück

Die Prognose enttäuscht dagegen. Erwartet waren für das zweite Quartal Nettobuchungen von 1,27 Milliarden Dollar – die Unternehmensführung rechnet jedoch nur mit 1,15 Milliarden Dollar.

Zudem bleibt trotz des soliden ersten Quartals die Prognose für das Gesamtjahr unverändert.

Vorsichtiges Ausprobieren

Die Analystenkonferenz von Activision Blizzard macht deutlich – die Unternehmensführung gibt sich angesichts des neuen Mobile-Fokus möglichst viel Spielraum. Neuigkeiten zum bei den Fans sehr umstrittenen „Diablo Immortal“ gab es nicht. Es wurde schlichtweg auf die hohen Qualitätsstandards von Blizzard hingewiesen. Laut dem chinesischen Partner NetEase ist das Spiel zwar so gut wie fertig. Wann ein Release kommen soll, bleibt aber unklar – womöglich auch wegen der regulierungsfreudigen Regierung.

Zu „Call of Duty Mobile“, das nach erfolgreichen Tests auch außerhalb Chinas erscheinen soll, gab es dagegen starke Nachrichten. Laut CEO Robert Kotick hat das Spiel bereits über zehn Millionen Vorbestellungen auf Google Play.

Daneben blickt der Vorstand von Activision Blizzard positiv auf die Cloud-Gaming-Entwicklungen von Microsoft und Google. „Wenn man bereits 30 Jahre an Gaming-Content arbeitet, gibt es keine besser Zeit im Geschäft zu sein als jetzt“, so Kotick. Denn die top-finanzierten Riesen planen eine Plattform, haben aber keinen eigenen Content.

Widerstände beachten

2019 hat sich Activision Blizzard auf das Mobile-Eis gewagt. Unklar bleibt, ob das Eis dick genug ist, um die hohen Erwartungen des Marktes weiter zu tragen. Die Unternehmensführung wagt sich nur langsam voran. Für die Aktie könnte es weiterhin rutschig bleiben.

Mutige Anleger bleiben aufgrund der aussichtsreichen Mobile-Chancen investiert. Es gilt dabei die Widerstände bei 40 und 45 sowie die 90-Tage-Linie bei 45,70 Dollar zu beachten.