Im SDAX kommt eine Aktie heute mächtig unter die Räder. Zeitweise brach das Papier um bis zu 15 Prozent ein. Auch am frühen Nachmittag ist die Aktie der mit großem Abstand der größte Tagesverlierer im SDAX. DER AKTIONÄR zeigt, was Anleger zu dem heutigen Kursrutsch wissen müssen.
Die Aktie von Hypoport ist am Dienstag nach der Vorlage neuer Geschäftszahlen kräftig unter die Räder gekommen. Auslöser für den Kursrutsch war vor allem eine Eintrübung der Nachfrage nach Immobilienfinanzierungen zum Jahresende.
Auf der konzerneigenen Plattform Europace wurden von Oktober bis Dezember rund ein Prozent weniger private Immobilienfinanzierungen vermittelt als im Vorjahreszeitraum. Nach einem vermeintlich starken Jahresverlauf spricht der Finanzdienstleister von einem sich normalisierenden Marktumfeld – an der Börse kam das jedoch alles andere als gut an.
Dabei kann Hypoport für das Gesamtjahr durchaus Wachstum vorweisen. Das über Europace abgewickelte Volumen stieg 2025 um 13 Prozent auf rund 74,8 Milliarden Euro. Treiber waren vor allem Kredite für den Kauf von Bestandsimmobilien sowie für Neubauten. Auch Refinanzierungen entwickelten sich von sehr niedrigem Niveau aus positiv. Deutlich schwächer blieb hingegen die Nachfrage nach Finanzierungen für energetische Sanierungen.
Besonders robust zeigte sich das Geschäft mit Genossenschaftsbanken und Sparkassen. In diesem Segment gab es selbst im vierten Quartal Zuwächse. Insgesamt sank das vermittelte Volumen im Schlussquartal jedoch auf 17,7 Milliarden Euro. Bei Privatbanken verzeichnete Hypoport im Gesamtjahr hingegen keine Zuwächse.
Konzernchef Ronald Slabke sieht nach den extremen Ausschlägen der vergangenen Jahre eine Rückkehr zu normaleren Marktbedingungen. Nach dem starken Zinsanstieg hatte Europace zunächst von hoher Nachfrage profitiert, ehe der Markt deutlich abkühlte. Die anschließende Erholung scheint nun an Dynamik zu verlieren.
Für das laufende Geschäftsjahr bleibt der Ausblick vorsichtig. Im Herbst hatte der Vorstand die Umsatzprognose von zuvor 640 Millionen auf mindestens 600 Millionen Euro gesenkt. Das Ziel für das Ergebnis vor Zinsen und Steuern wurde hingegen bestätigt und liegt weiterhin bei 30 bis 36 Millionen Euro. Vorläufige Zahlen will Hypoport Mitte März vorlegen, der vollständige Geschäftsbericht folgt am 30. März.
Hypoport kämpft weiterhin mit einem anspruchsvollen Marktumfeld und einer hohen Abhängigkeit vom Immobilienfinanzierungsgeschäft. Die jüngste Kursreaktion zeigt, wie fragil das Vertrauen der Anleger derzeit ist. Die Aktie ist aktuell keine laufende AKTIONÄR-Empfehlung. Ein Neueinstieg drängt sich auch weiterhin nicht auf.
Heute, 13:39