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Exklusiv: Gewinnüberraschung bei Tesla?! Bob Lutz warnt: “Nein!”

Exklusiv: Gewinnüberraschung bei Tesla?! Bob Lutz warnt: “Nein!”
Foto: Börsenmedien AG
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Florian Söllner 18.07.2018, 15:23 Florian Söllner

Autoexperte Sandy Munro ist leicht zu begeistern und zieht mit knackigen Aussagen gerne Aufmerksamkeit auf sich. 2015 hatte er im Gespräch mit dem AKTIONÄR dem “atemberaubenden” i3 von BMW eine große und lukrative Zukunft prognostiziert. 2018 schwärmt er nun für das Model 3 von Tesla, das Munro fachmännisch in seine Einzelteile zerlegt und detailiert analysiert. Aufgrund des cleveren Designs des Model 3 und Abstrichen bei der Ausstattung sagte er nun in einem Interview, dass zumindest das teuerere Long-Range-Model über “30 Prozent Marge” erzielen könnte.

Bereits Anfang Juni kam ein in Deutschland durchgeführer Teardown zu dem Schluß, dass die Material- und Produktionskosten des Model 3 mit 28.000 Dollar erstaunlich niedrig liegen könnten. Auf diese Zahlen angesprochen sagte dem AKTIONÄR Tesla-Kritiker und Autolegende Bob Lutz: “Der Artikel überrrascht mich, ist aber in seiner Aussagekraft begrenzt. Solche "Teardowns" sind immer mit mehreren Annahmen behaftet: Da man die Materialkosten nicht kennt, nimmt man den Preis, welcher für ein ähnliches, bekanntes Aggregat verlangt wird.” Der ehemalige Topmanager von BMW, GM und Ford weist dem AKTIONÄR gegenüber zudem darauf hin, dass man für solche Margen-Prognosen oft eine normale, stabile Produktion annehme. Doch genau dies sei bei Tesla nicht der Fall. “Bei der chaotischen Tesla-Fertigung, mit der vielen Nacharbeit und ausgeschalteter Automation, kann der Lohnaufwand leicht das Drei oder Vierfache des Normalfalles sein.” Kosten von ca. $28 bis 30.000 Dollar könnten aus seiner Sicht für ein vergleichbares Produkt für VW oder GM zutreffen. “Aber nicht für Tesla.”

Zudem kämen zu Lohn- und Materialkosten noch Transport, Versicherung, Vertriebsmarge und weitere Kosten. Um eine Nettomarge zu erreichen müssten auch die sehr hohen Fixkosten pro Einheit, wie Abschreibung absorbiert werden. Dass Elon solche Kostenanalysen gerne auf Twitter teilt, sei “in Anbetracht seiner immer fragwürdigenderen Glaubwürdigkeit nicht relevant. “

Am Ende halt es Lutz zwar für möglich, dass Tesla bei Absatzpreisen von $60 bis 80,000 Dollar für Premium-Varianten des Model 3 eine gute Bruttomarge erzielt. Doch Musk könnte im ersten Jahr vielleicht noch  ‎80 bis 100.000 "Fanatiker" finden, “auf Dauer geht das aber nicht.” Bereits Anfang Juni sagte Lutz: “Zudem kommt die Konkurrenz. Porsche, Jaguar, Volvo, Daimler, Audi, GM. Die werden alles besser, schöner und günstiger machen als Tesla‎.”

Hinweis auf Interessenkonflikte gemäß §34b WpHG: Autor Florian Söllner hält folgende Instrumente und beabsichtigt, diese aufzustocken und/oder zu verkaufen, sodass er von der durch die Publikation resultierenden Kursentwicklung profitiert: Tesla-Optionsschein (Put). Im www.hotstockreport.de befindet sich ein Short auf Tesla im Depot 2030

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