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18.05.2016 Werner Sperber

Gazprom: Wer wagt es?

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Gazprom

Die Fachleute von Börse Online beschäftigen sich mit den Problemen der russischen Regierung, also den Schulden, der Überalterung und der sinkenden Zahl der Russen. Sie beschäftigen sich auch mit dem Lösungsversuch: Die Unternehmen, an denen der Staat beteiligt ist, sollen zahlen; sie sollen mindestens die Hälfte des Gewinns als Dividende (an die Regierung) ausschütten. Bisher zahlten diese Firmen durchschnittlich 25 Prozent des Gewinns aus. Diese neue Regelung soll bis zum Jahr 2019 gelten und den Politikern 100 Milliarden Rubel (1,34 Milliarden Euro) an Mehreinnahmen bringen. Daraus ergeben sich auch Anlagechancen.

Schätzungen zufolge sinkt die Zahl der Russen bis zum Jahr 2050 von jetzt gut 143 Millionen auf dann fast 129 Millionen. Wenn die Regierung im Haushalt alles so wie jetzt belässt, schätzt S&P Global Ratings, die jetzt noch zu bewältigende Nettoverschuldung würde dann auf mehr als 250 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen.

Würde das Dividenden-Gesetzt tatsächlich durchgesetzt, beträfe das auch Gazprom. Die Analysten von Renaissance Capital schätzen, das Gasexport-Monopolunternehmen müsste die Ausschüttung auf 16,60 Rubel je Aktie erhöhen. Das entspräche einer Dividendenrendite von derzeit mehr als zehn Prozent. Allerdings sind auch frühere Vorschriften dieser Art nie streng eingehalten wurden. Trotzdem könnte die Dividende ein Argument sein, wieder mehr Anleger für russische Aktien anzulocken. Grundsätzlich bleiben Investitionen in russische Aktien jedoch eine Wette auf steigende Ölpreise und Unternehmensgewinne sowie den Wegfall von Wirtschaftsstrafen gegen Russland. Deswegen sollten weiterhin nur nervenstarke Anleger die US-Hinterlegungsscheine (American Depositary Receipts; ADR) von Gazprom kaufen, denn Russlands Börse ist stets für eine Überraschung gut. Das Kursziel beträgt fünf Euro und der Stop-Loss sollte bei 3,40 Euro gesetzt werden.

Buchtipp: Regel Nummer 1

Früher war Phil Town wie alle anderen. Er hielt Geldanlage für zu kompliziert, um darin erfolgreich sein zu können. Als ehemaliger Angehöriger der Eliteeinheit Green Berets, der seinen Lebensunterhalt als River Guide verdiente, schien ihm das alles zu undurchsichtig. Um es richtig zu machen – davon war er überzeugt –, müsse man es als Vollzeitjob betreiben. Dann allerdings lernte er die Regel Nummer 1 kennen. Sie ist ganz einfach: „Verliere kein Geld!“ In seinem Klassiker erklärt Town, wie er mithilfe dieser einen Regel in fünf Jahren aus tausend Dollar eine Million machte. Er zeigt, dass „kein Geld verlieren“ an der Börse gleichbedeutend ist mit „mehr Geld verdienen, als man sich je vorgestellt hätte“. Town redet Klartext: „Ich werde Ihre Zeit nicht mit Gelaber verschwenden, nicht mit klugen Geschichten, die Ihnen Sachen sagen, die Sie bereits wissen. Der Deal ist einfach: Ich bringe Sie ans Ziel, und zwar Schritt für Schritt.“

Autoren: Town, Phil
Seitenanzahl: 400
Erscheinungstermin: 23.08.2018
Format: Softcover
ISBN: 978-3-86470-606-6