Jetzt auf die neuen Favoriten setzen!
15.03.2016 Andreas Deutsch

Commerzbank und Deutsche Bank schwächer als der DAX - dabei gibt es neue Kaufargumente

-%
Commerzbank

Die EU will einem Pressebericht zufolge die seit der Finanzkrise stetig verschärften Regeln für Banken erstmals wieder lockern. Die Aktienkurse gehen trotzdem in die Knie. Aber vermutlich nicht lange.


Angesichts des schweren Einbruchs von Bank-Aktien zu Jahresbeginn plädiert die EU-Kommission nun für laxere Vorgaben bei Dividenden und Boni, wie das Handelsblatt berichtet. Banken sollen weniger Kapital vorhalten müssen als bislang geplant. Das gehe aus einer Note für eine Expertengruppe hervor. Die Kommission betonte in der Zeitung, dass noch keine Entscheidung gefallen sei und es sich lediglich um ein internes Diskussionspapier handele.

Konkret geht es um die individuellen Kapitalzuschläge, die abhängig vom Risiko für jede Bank festgelegt werden. Sie sollen es den Aufsehern eigentlich erlauben, auf neu auftauchende Gefahren zu reagieren, für die es noch keine gesetzlichen Regelungen gibt. Künftig sollen dem Vorschlag zufolge Banken nicht mehr den gesamten Risikopuffer erfüllen müssen.

Die neue Idee der EU sieht der Zeitung nach die Aufspaltung der Vorgaben in einen Pflicht- und einen Empfehlungsteil vor. So könnten etwa zusätzliche Kapitalvorgaben aus den hypothetischen Stresstests in den nicht verpflichtenden Teil einfließen.

Gegenbewegung läuft - trotz Verlusten

Damit dürfte das Vertrauen in die Banken weiter steigen – auch wenn es am Dienstag nicht so aussieht: Die Aktienkurse notieren im Minus. Dabei handelt es sich aber nur um Gewinnmitnahmen nach den stark gestiegenen Aktienkursen. Trader bleiben am Ball.

(Mit Material von dpa-AFX)

Buchtipp: Die Geschichten des Geldes

Spekulationsblase am Neuen Markt, Bankenkrise 2008 und griechische Schuldenkrise – lauter Themen, die die Finanzmärkte bewegten und bewegen. Doch wer einen Schritt zurücktritt und das große Bild sieht, bemerkt: So neu ist das alles gar nicht! Die Geschichte gibt wertvolle Hinweise zum Verständnis der Gegenwart. Dass sich Geschichte wiederholt, zeigen die beiden Autoren anhand vieler Geschichten des Geldes. Infl ation, Deflation, Abwertung, irrationalen Überschwang, Bankenpleiten und -rettungen gab es immer schon: im Spanien des 16. Jahrhunderts, im Großbritannien des 17. Jahrhunderts, im Frankreich des 18. Jahrhunderts und in den USA des 19. Jahrhunderts. Lehr- und anekdotenreich vermitteln die Autoren gewissermaßen nebenbei ein tiefes Verständnis für die Ursprünge des Finanzsystems – und damit auch für seine aktuellen Kapriolen. So zeigt sich: Der Weg von der Kaurischnecke zur Kreditklemme ist nicht weit.

Autoren: Vaupel, Michael Kaul, Vivek
Seitenanzahl: 240
Erscheinungstermin: 15.04.2016
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-327-0