LONDON (dpa-AFX) - Der britische Ölkonzern BP
Die Aktie gab zuletzt deutlich um rund fünf Prozent nach und lag damit am Ende des Stoxx 50
Die Aussetzung von Aktienrückkäufen decke sich mit seiner Erwartung, schrieb Biraj Borkhataria von der kanadischen Bank RBC. Längerfristig sei das wohl die richtige Wahl des neuen Managements des Ölkonzerns.
Für Lydia Rainforth von Barclays ist der ausgesetzte Rückkauf zur Verringerung der Verschuldung ein Schritt in die richtige Richtung. BP müsse aber noch mehr tun, um das Vertrauen in die Kapitalallokation wieder aufzubauen.
Auch Jefferies-Analyst Mark Wilson stellt das Ende des Rückkaufprogramms in den Vordergrund. Das um 1,5 Milliarden Dollar erhöhte Einsparziel des Ölkonzerns sei wohl eine "mechanische Erhöhung" im Zusammenhang mit dem Verkauf der 65-prozentigen Mehrheitsbeteiligung an der Schmierstofftochter Castrol.
Im vierten Quartal betrug der um Sondereffekte bereinigte Nettogewinn von BP 1,54 Milliarden Dollar (rund 1,3 Mrd Euro). Damit traf das Unternehmen die Erwartungen der Analysten. Im dritten Quartal hatte der bereinigte Gewinn bei 2,2 Milliarden Dollar gelegen, im Vorjahreszeitraum bei knapp 1,2 Milliarden.
BP hatte Mitte Januar milliardenschwere Wertberichtigungen im Schlussquartal auf den Geschäftsbereich mit Gas und weniger CO2-intensiven Energiequellen angekündigt, sodass unter dem Strich inklusive der Einmaleffekte nun ein Milliardenverlust verbucht wurde.
Im Dezember hatte Konzernchef Murray Auchincloss den Ölkonzern nach nicht einmal zwei Jahren verlassen. Er hatte vor knapp einem Jahr eine 180-Grad-Wende hin zum Öl- und Gasgeschäft vollzogen, nachdem sein Vorgänger die Erneuerbaren Energien noch stark hatte ausbauen wollen.
Auf Auchincloss folgt nun im April Meg O'Neill. Ihre Aufgabe dürfte es werden, den Ölriesen wieder in die Spur zu bringen. Nicht zuletzt der aktivistische Aktionär Elliott hatte in der Vergangenheit darauf gedrängt, wieder mehr in Öl und Gas zu investieren./err/niw/mis
Quelle: dpa-AFX