ESSEN (dpa-AFX) - In Essen ist eine neue Rüstungsmesse gestartet. Zum Auftakt der Euro Defence Expo, abgekürzt Eudex, präsentieren 360 Hersteller aus 28 Nationen ihre Produkte und Dienstleistungen, wie die Messe Essen mitteilte. Die Messe dauert vier Tage und soll die Unternehmen mit Vertretern von Streitkräften, Forschern und Politikern zusammenbringen.
Gezeigt werden etwa unbemannte Bodenfahrzeuge, die auch selbstständig navigieren können, tragbare Drohnensysteme oder Sensorgeräte, die chemische Kampfstoffe oder nukleare Gefahren erkennen können.
Ein Schwerpunkt der Messe liege auf der Stärkung der zivil-militärischen Zusammenarbeit, so die Messe. Befördert werden soll dies durch die parallel zur Eudex auf dem gleichen Gelände veranstaltete Messe Security, die Fachmesse der Sicherheitswirtschaft.
Gleichzeitig Jahrestreffen von Nato-Denkfabrik in Essen
Außerdem treffen sich derzeit unweit des Messegeländes hochrangige Militärs aus Nato-Mitgliedsstaaten zur Jahreskonferenz des Nato-Kompetenzzentrums Joint Air Power Competence Centre (JAPCC). Die Denkfabrik mit Sitz in Kalkar (Niederrhein) unterstützt Nato-Staaten bei der Weiterentwicklung der Luft- und Weltraumstreitkräfte des Bündnisses. Mehr als 400 Menschen nehmen an der dreitägigen Konferenz teil.
Der JAPCC-Exekutivdirektor, Generalleutnant Thorsten Poschwatta, betonte die wachsende Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Streitkräften, Industrie, Wissenschaft und Politik für die Sicherheit Europas. "Wir analysieren Trends, entwickeln Konzepte und geben Impulse für die Weiterentwicklung von Fähigkeiten in den Dimensionen Luft- und Weltraum sowie im Nato-Kontext", sagte er über die Aufgabe der JAPCC.
Die Eudex bringe die technologische und industrielle Perspektive ein. "Strategie ohne Technologie bleibt Theorie. Technologie ohne strategische Einbettung verfehlt ihr Potenzial", sagte Poschwatta.
NRW-Förderprogramm für Defence-Tech-Projekte
Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) sprach über die Rolle des Bundeslandes für die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie. NRW habe mit leistungsfähiger Industrie, innovativem Mittelstand, Spitzenforschung und technologischer Kompetenz einiges zu bieten.
Neubaur verwies unter anderem auf ein Förderprogramm namens "Defence.Tech.NRW". Es soll mit EU-Geldern 24 Projekte fördern, die an Technologien für die zivile und militärische Verteidigung arbeiten. Die Projekte reichen von Drohnenabwehr und KI bis zu Satellitenkommunikation und mobiler Produktion.
Bei der Security präsentieren sich in diesem Jahr 520 Firmen aus 41 Ländern. Security-Projektleiterin Julia Jacob sagte: "Die Sicherheitswirtschaft wächst heute stärker zusammen als je zuvor." Die Messe zeige, wie Künstliche Intelligenz, digitale Vernetzung und innovative Technologien zu ganzheitlichen Sicherheitslösungen würden./tob/DP/jha
Quelle: dpa-AFX
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