Nach dem Sicherheitsabkommen zwischen den USA, Dänemark und Grönland schossen Grönland-Aktien am Freitag nachbörslich nach oben. Trägt die Rally, obwohl der Pakt kein Geld für die Projekte enthält?
US-Präsident Donald Trump hat am Freitag ein Sicherheitsabkommen mit Dänemark und Grönland verkündet – und die Grönland-Werte hoben ab. Greenland Energy hat sich im nachbörslichen Handel mehr als verdoppelt, auch Greenland Mines zog kräftig an. Der Leitwert des Themas heißt Critical Metals.
Critical Metals: Viel Fantasie, noch kein Scheck
Die Aktie schloss am Freitag bei 6,73 Dollar und sprang nachbörslich um 20 Prozent auf 8,11 Dollar. Das entspricht einem Börsenwert von rund 1,19 Milliarden Dollar. Critical Metals hält 92,5 Prozent am Seltenerdprojekt Tanbreez im Süden Grönlands. Bereits im Mai sicherte sich das Unternehmen einen Abnahmevertrag mit REalloys über 15 Jahre, der 15 Prozent der geplanten Jahresproduktion abdeckt.
Das Abkommen sichert Washington dauerhafte Stationierungs- und Überflugrechte sowie ein Vetorecht gegen sensible Investitionen von Gegnern. Für Tanbreez sinkt damit das geopolitische Risiko. Geld, Genehmigungen oder Verträge für die Unternehmen enthält der Pakt aber nicht, der volle Wortlaut steht noch aus. Ist das mehr als ein Strohfeuer?
Zwischen Rally und Rohstoff liegen Jahre. Das erste Erz soll erst Ende 2028 oder Anfang 2029 aus Tanbreez kommen. Bis dahin braucht das Unternehmen Geld – Washington prüft einen Kredit der Export-Import-Bank und eine mögliche Beteiligung. Zugesagt ist davon bislang nichts.
MP Materials: Die Mine, die schon fördert
Während Tanbreez frühestens Ende 2028 Erz liefert, produziert MP Materials schon heute. Im Q2 stellte der Konzern in der kalifornischen Mine Mountain Pass 840 Tonnen NdPr-Oxid her, 41 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz verdoppelte sich auf 126,1 Millionen Dollar. Seit Juli 2025 ist das Pentagon größter Aktionär und garantiert einen Mindestpreis von 110 Dollar je Kilogramm NdPr-Oxid. Die Grönland-Rally lief an der Aktie vorbei: Am Freitag schloss sie bei 47,3 Dollar, ein Minus von 4,3 Prozent.
Rheinmetall: Gegenwind, aber volle Lager
Deutsche Aktien mit Grönlandgeschäft gibt es nicht, die Brücke führt über die Rüstung. Im Januar trieb Dänemarks Plan, rund 88 Milliarden Dänische Kronen zusätzlich in die Verteidigung Grönlands zu stecken, Rheinmetall nach oben. Bei den Seltenen Erden steht Rheinmetall selbst im Feuer: Seit Ende Juli dürfen chinesische Firmen dem Konzern keine Güter mit doppeltem Verwendungszweck mehr liefern, auch keine Seltenerdmetalle. Rheinmetall sieht sich jedoch mit Lagerbeständen für vier bis fünf Jahre gut gewappnet, Deutschland hält dagegen keine eigenen nennenswerten Reserven an kritischen Rohstoffen.
Die Rheinmetall-Aktie notierte am Freitagnachmittag bei rund 1.019 Euro und damit knapp die Hälfte unter dem 52-Wochen-Hoch von 2.008 Euro aus dem Oktober 2025. Die runde 1.000-Euro-Marke ist die erste Unterstützung, das Tageshoch bei 1.034 Euro der nächste Widerstand. Fällt die 1.000er-Marke, rückt das 52-Wochen-Tief vom 25. Juni bei 900 Euro in den Blick.
DER AKTIONÄR wird im Laufe des Tages über sämtliche wichtigen Entwicklungen und Neuigkeiten an den nationalen und internationalen Märkten berichten.
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