FRANKFURT (dpa-AFX) - Im europäischen Chemiesektor nimmt der schwache September am Dienstag weiter seinen Lauf. War der europäische Branchenindex zum Monatsbeginn wegen einer Sonderkonjunktur im Zuge des Nahost-Konflikts noch auf einem Hoch seit März 2025 angekommen, setzte er seine Talfahrt der vergangenen zwei Wochen nun mit einem Abschlag von 1,3 Prozent fort.
Unter den deutschen Werten erwischte es Lanxess
Die Stimmen zum Sektor werden derzeit rauer: JPMorgan reduzierte das Kursziel für Lanxess wegen drohenden Gegenwinds von der Energiekostenseite. Für Evonik senkte Lisa De Neve von Morgan Stanley ihr Votum von "Overweight" auf "Equal-weight", was die Expertin vor allem mit der Perspektive im Tierfuttergeschäft begründete.
Marktanteilsgewinne seien bei dem Tierfutter-Vorprodukt Methionin ehemals Teil ihrer positiven Thesen für Evonik gewesen, doch zuletzt seien die Preise dafür im wichtigen Asien-Geschäft rapide gefallen - auch bedingt durch eine verhaltene Nachfrage. Sie fürchtet, dass dies auch Auswirkungen auf andere Regionen haben wird, und sieht deshalb Risiken für die Konsensschätzungen.
In den vergangenen Monaten hatten europäische Chemiewerte einen guten Lauf in der Annahme, dass Lieferengpässe im Zuge des Iran-Kriegs Vorteile für die Branche mit sich bringen. Wie das Ifo-Institut Ende August mitgeteilt hatte, schätzten die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage im vergangenen Monat erstmals seit vier Jahren wieder positiv ein. Ifo-Wissenschaftlerin Anna Wolf sprach von einer "Sonderkonjunktur" durch Ausfälle asiatischer Lieferungen./tih/edh/stk
Quelle: dpa-AFX
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