Kräftig in den Keller ging es am Dienstag bei der Aktie von BioNTech. Mehr als sieben Prozent hat das Papier nachgegeben. Grund war ein Studienrückschlag beim Immuntherapeutikum BNT113, der als großer Hoffnungsträger gilt.
In der Phase-3-Studie bei Kopf-Hals-Tumoren (HNSCC) war das progressionsfreie Überleben (PFS) unter der Kombination mit Keytruda statistisch nicht besser als unter Keytruda allein. Damit verfehlte die Studie einen von zwei primären Endpunkten. Trotzdem empfahl das unabhängige Datenüberwachungskomitee, die Studie fortzusetzen und das Gesamtüberleben (OS) zu bewerten.
Theoretisch könnte BNT113 wirken, indem es Immunreaktionen gegen die HPV16-Onkoproteine E6 und E7 auslöst und die bereits vorhandene T-Zell-Immunität verstärkt. Chief Medical Officer Özlem Türeci sieht in den Daten, dass das Präparat seinen vorgesehenen Wirkmechanismus anspricht. Sie erklärt nun, dass sich immunvermittelte Antitumoreffekte mit der Zeit aufbauen und so ein OS-Vorteil möglich bleiben könnte.
Analysten der BMO Capital Markets halten es für plausibel, dass die Immunreaktion Zeit braucht. Nach dem PFS-Misserfolg zweifeln sie aber deutlich stärker, dass BNT113 das OS verlängert. Frühere Fälle machen Mut: Ein Keytruda-Versuch bei HNSCC verfehlte ebenfalls das PFS, zeigte später aber einen OS-Vorteil, der über fünf Jahre Bestand hatte. Viele Studien mit verfehltem PFS scheitern jedoch später beim OS.
An der Börse kam die Nachricht in jedem Fall schlecht an: Die BioNTech-Aktie verlor am Dienstag mehr als sieben Prozent auf 89,01 Dollar. Auch die Aktie von Moderna wurde zunächst in Mitleidenschaft gezogen, konnte dann aber sogar wieder ins Plus drehen. Moderna selbst hatte im August starke Daten vorlegen können. Beide Unternehmen entwickeln mRNA-Krebsimmuntherapien, wobei BNT113 einen festen Antigensatz kodiert, während Modernas Intismeran autogene auf die Mutationen jedes einzelnen Patienten zugeschnitten ist. Die Moderna-Aktie legte am Ende gut ein Prozent zu. Bei der Mainzer Biotech-Schmiede BioNTech fehlt derzeit jegliche Fantasie. Anleger lassen weiter die Finger von der Aktie. Der AKTIONÄR-Depotwert Moderna bleibt eine Halteposition. Ein Stopp bei 155,00 Euro sichert hier die Gewinne ab.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BioNTech, Moderna.
Die Autorin hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BioNTech.
Aktien von Moderna befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
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