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02.06.2021 Benjamin Heimlich

Morphosys: Heftiger Einbruch – und jetzt?

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Morphosys

Die Bekanntgabe der Übernahme von Constellation Pharmaceuticals durch Morphosys kam bei den Anlegern gar nicht gut an. Die Aktie des Antikörperspezialisten sackte am Mittwoch zweistellig ab und war das Schlusslicht im MDAX. Insbesondere die Finanzierung der Transaktion dürfte für die Abverkäufe gesorgt haben.

Fast 13 Prozent verloren die Papiere des Münchner Biotechnologie-Unternehmens am Ende und gingen bei 63,34 Euro aus dem Handel.

Insgesamt 1,7 Milliarden will sich Morphosys die Übernahme von Constellation Pharmaceuticals kosten lassen. Um den Deal zu stemmen hat das Unternehmen eine Partnerschaft mit Royalty Pharma geschlossen. Teil der Vereinbarung ist eine Barkapitalerhöhung von Morphosys ohne Bezugsrecht bestehender Aktionäre sowie der Großteil künftiger Lizenzeinnahmen aus den beiden Prüfmedikamenten Gantenerumab und Otilimab.

Analyst James Gordon von der US-Bank JPMorgan führt in einer am Mittwoch vorliegenden Studie an, dass durch die Akquisition ein beständiger Zufluss an Lizenzgebühren gegen die weniger sichere Produktpipeline von Constellation eingetauscht wurde. Das sei für das Risikoprofil von Morphosys von Nachteil.

Insgesamt belässt Gordon allerdings seine Einstufung für Morphosys auf „Overweight“ mit einem Kursziel von 105 Euro. Der kurzfristigen Gewinnverwässerung stünde ein bedeutendes längerfristiges Wertsteigerungspotenzial gegenüber, so der Analyst.

Aus charttechnischer Sicht bleibt dem Münchner Biotechnologie-Unternehmen allerdings nicht mehr sehr viel Spielraum für kursbelastende Nachrichten: Die seit Juni 2012 laufende langfristige Aufwärtstrendlinie, die aktuell bei etwa 52,70 Euro verläuft, ist nach dem heutigen Einbruch in Reichweite.

Morphosys (WKN: 663200)

DER AKTIONÄR wertet den Deal langfristig positiv, da Morphosys sich für weiteres Wachstum in den USA in Stellung bringt. Die Aktie wurde allerdings am Nachmittag bei 62 Euro ausgestoppt.