Im Markt für Fettleibigkeit (Adipositas) gibt es derzeit zwei klar tonangebende Unternehmen: Eli Lilly und Novo Nordisk. Mike Doustdar, der seit rund einem Jahr Firmenchef bei Novo Nordisk ist, geht derweil davon aus, dass es am Ende keinen alleinigen Gewinner geben wird, da der Verbraucher nach verschiedenen Optionen sucht.
Novo-Nordisk-Chef Mike Doustdar hält die Vorstellung vieler Anleger für falsch, der Markt für Medikamente gegen Adipositas werde zum Duell mit Eli Lilly. Neue Wirkstoffe dürften für mehr Auswahl sorgen. Patienten prüften zunehmend, welches GLP-1-Präparat am besten zu ihnen passt.
„Wenn Sie die Zukunft der GLP-1-Medikamente sowie der Arzneien zur Behandlung von Fettleibigkeit und zur Gewichtsreduktion betrachten, wird es nicht Coke gegen Pepsi sein“, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters in einem Interview. „Es wird Coke und Pepsi und Fanta und Dr Pepper und Red Bull geben. Die Menschen haben Durst und können ihre Wahl treffen.“
Novo Nordisk hatte mit Wegovy zunächst einen Vorsprung im US-Markt. Inzwischen hat Lillys Zepbound Boden gutgemacht. Analysten erwarten, dass das Geschäft mit Mitteln zur Gewichtsreduktion bis 2030 jährlich über 100 Milliarden Dollar erreichen könnte. In den USA sind mehr als 100 Millionen Erwachsene fettleibig.
Doustdar verweist auf Novos Insulingeschäft: Der Konzern verkauft zwölf Marken und kommt auf rund die Hälfte des globalen Insulinmarktes. Alle senken den Blutzucker, unterscheiden sich aber in weiteren Eigenschaften. Das erwartet er auch bei GLP-1-Mitteln. Im Fokus steht die Tablettenvariante von Wegovy. Laut Doustdar kommt sie bei oralen GLP-1 derzeit auf 90 Prozent. Daten deuteten zudem auf eine stärkere Gewichtsabnahme als bei Lillys Foundayo-Pille hin.
Da bis 2030 Tabletten wohl mehr als ein Drittel des Marktes ausmachen dürften, ist Novo Nordisk hier in einer starken Ausgangsposition. Wie die aktuelle Lage ist und worauf es bei Novo Nordisk nun außerdem ankommt, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe 34/2026 des AKTIONÄR, die Sie hier herunterladen können. Welche Unternehmen in Zukunft neben Novo Nordisk und Eli Lilly außerdem ein Wörtchen im hochinteressanten Markt mitreden können, hören Sie im neuen Podcast.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Novo Nordisk.
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