Die großen europäischen Online-Apotheken profitieren immer mehr von der elektronischen Rezeptierung (E-Rezept) in Deutschland. Nach der Prognoseerhöhung von Redcare Pharmacy Ende September (DER AKTIONÄR berichtete) setzt sich am heutigen Donnerstag auch DocMorris höhere Jahresziele.
Das Unternehmen steigerte den Umsatz im dritten Quartal um knackige 21 Prozent auf 343 Millionen Schweizer Franken (knapp 369 Millionen Euro). In den ersten neun Monaten beträgt das Plus 14 Prozent auf 971 Millionen Franken. Ergo: Das Wachstum hat sich zwischen Juli und September spürbar beschleunigt.
Heraus ragt das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten (Rx), wo DocMorris im dritten Quartal ein Plus von 78 Prozent auf 108 Millionen Franken verzeichnete. Zudem stieg die Anzahl der aktiven Kunden um 1,5 Millionen auf nun 13,1 Millionen.
Prognose erhöht
Für 2026 peilt DocMorris nun ein Umsatzplus zwischen zwölf und 15 Prozent (in Lokalwährungen) an. Zuvor rechnete das Management mit einem Zuwachs zwischen neun und 13 Prozent. Dabei bleibt die Profitabilität nicht auf der Strecke: Der EBITDA-Verlust soll sich auf weniger als zehn Millionen Franken belaufen. Zuvor stellte die Online-Apotheke hier einen Fehlbetrag zwischen zehn und 17,5 Millionen Franken in Aussicht.
Im frühen Handel steigt die DocMorris-Aktie um rund acht Prozent und klettert damit auf ein frisches 52-Wochen-Hoch. Somit gewinnt der (charttechnische) Turnaround weiter an Dynamik. Auch das Papier des großen Wettbewerbers Redcare Pharmacy gewinnt zur Stunde zwei Prozent und zählt zu den Top-Gewinnern im SDAX.
Sowohl DocMorris als auch Redcare Pharmacy profitieren immer mehr vom E-Rezept in Deutschland und verbessern peu à peu ihre Profitabilität. In den zurückliegenden Wochen haben bei den beiden Aktien wieder die Bullen das Kommando übernommen. Anleger setzen sich das E-Commerce-Duo auf die Watchlist.
15.10.2026, 08:42
Bei Google bevorzugen