Beim eigentlich erfolgverwöhnten Schweizer Pharmakonzern lief es zuletzt alles andere als erfreulich. Novartis musste heute den nächsten Studienrückschlag innerhalb weniger Tage mitteilen. Zwar hält der Konzern an seiner mittelfristigen Umsatzprognose fest, an der Börse wird die Aktie dennoch deutlich abgestraft.
Novartis muss bei der Entwicklung von Del-desiran einen herben Rückschlag verkraften. In der Phase-3-Studie HARBOR zur Behandlung der myotonen Dystrophie Typ 1 verfehlte der Wirkstoff den primären Endpunkt. Gegenüber Placebo zeigte sich keine statistisch signifikante Verbesserung bei der videobasiert gemessenen Zeit bis zur Handöffnung. Dabei wurde erfasst, wie lange Patienten nach dem Greifen benötigten, um ihre Hand wieder zu öffnen.
Bei sekundären Endpunkten und in explorativen Auswertungen zeigte Del-desiran aber zumindest eine gewisse klinische Wirkung. Die Sicherheitsdaten stimmten laut Novartis im Allgemeinen mit den bereits veröffentlichten Daten überein.
Del-desiran gehört zu drei Therapien, die Novartis mit der zwölf Milliarden Dollar schweren Übernahme von Avidity Biosciences in die Pipeline aufgenommen hatte. Wie es mit dem experimentellen Medikament weitergeht, ist derzeit offen. Der Schweizer Pharmakonzern will zunächst den vollständigen Datensatz auswerten und anschließend mit den Gesundheitsbehörden über den weiteren Entwicklungsweg beraten.
An seiner mittelfristigen Wachstumsambition hält Novartis trotz des Rückschlags fest: Für den Zeitraum von 2025 bis 2030 erwartet das Unternehmen weiterhin ein jährliches Umsatzwachstum von fünf bis sechs Prozent.
Bereits vor wenigen Tagen war das potenzielle Blockbuster-Herzmedikament des Schweizer Pharmakonzerns, Pelacarsen, in einer Studie der finalen Entwicklungsphase gescheitert. Kurz zuvor musste Novartis zudem die Studien zu einer experimentellen Zelltherapie gegen Autoimmunerkrankungen vorübergehend pausieren.
Die Aktie von Novartis hatte Anfang September noch bei 132,68 Schweizer Franken ein neues Allzeithoch markieren können. Im Zuge der jüngsten Rückschläge geht es bei dem Papier jetzt aber deutlich bergab. Allein heute knickt die Aktie fast zehn Prozent ein. Anleger ziehen den Stopp zur Absicherung auf 108 Euro nach. Das Unternehmen muss nun bei den weiteren noch ausstehenden Pipeline-Daten in diesem Jahr liefern. Für Dividendenjäger interessant: Die Rendite beträgt derzeit starke 3,2 Prozent.
Heute, 09:26
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