Die Mainzer Biotech-Gesellschaft hat am Dienstag einmal mehr keine guten Nachrichten im Gepäck. Erneut muss BioNTech einen Spätphasen-Studienrückschlag hinnehmen. Die Aktie verliert nach den News an Boden und die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar rückt wieder in weitere Ferne.
Laut BioNTech habe der mRNA-Krebsimmuntherapie-Kandidat BNT113 bei inoperablem, rezidiviertem oder metastasiertem HPV16-positivem Kopf-Hals-Krebs den ersten der beiden dualen primären Endpunkte – das progressionsfreie Überleben – nicht erreicht. Das Unternehmen hat den Hoffnungsträger mit Pembrolizumab (Keytruda) von Merck & Co zusammen im Vergleich zur Keytruda-Monotherapie klinisch überprüft.
Dennoch setzen die Mainzer die Studie fort, um den anderen dualen primären Endpunkt, das Gesamtüberleben, zu bewerten. Damit solle die Untersuchung des Potenzials dieses Behandlungsansatzes abgeschlossen werden, Patienten ein längeres Leben zu ermöglichen, so BioNTech.
"Gemäß dem vorab festgelegten statistischen Studiendesign würde eine statistisch signifikante Verbesserung des Gesamtüberlebens ein positives Studienergebnis begründen – auch wenn der duale primäre Endpunkt zum progressionsfreien Überleben nicht erreicht wurde", heißt es weiter.
Dennoch wirft das Studien-Update erneut kein gutes Licht auf die mRNA-Programme in der BioNTech-Pipeline. Erst Ende August musste das Unternehmen eine Phase-2-Studie mit einem potenziellen personalisierten Krebsimpfstoff bei Darmkrebs einstellen (DER AKTIONÄR berichtete).
Während der große US-Wettbewerber Moderna im August mit positiven Studienergebnissen bei einem personalisierten mRNA-Hautkrebsimpfstoff für Schlagzeilen sorgte, muss BioNTech den nächsten Rücksetzer in der Forschung verkraften. Bei der Mainzer Biotech-Schmiede fehlt derzeit jegliche Fantasie. Anleger lassen weiter die Finger von der Aktie. Der AKTIONÄR-Depotwert Moderna bleibt eine Halteposition.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BioNTech, Moderna.
Aktien der Moderna befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
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