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Bayer: Erfolg im Glyphosat‑Krimi – das ist jetzt wichtig

Bayer: Erfolg im Glyphosat‑Krimi – das ist jetzt wichtig
Foto: BENOIT TESSIER/REUTERS
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Marion Schlegel Heute, 07:23 Marion Schlegel

Für Bayer gibt es im milliardenschweren Rechtsstreit um den glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup einen wichtigen Zwischenschritt. Ein Bundesrichter in den USA hat entschieden, dass der 7,25 Milliarden Dollar schwere Sammelvergleich nicht vor einem Gericht in Kalifornien, sondern weiter in Missouri verhandelt wird. Genau dort liegt für Bayer der Schwerpunkt des Verfahrens, denn am Gericht in St. Louis sind die meisten Roundup-Klagen gebündelt.

•    US-Bundesrichter: Der 7,25-Mrd.-Dollar-Roundup-Vergleich wird weiter in Missouri statt in Kalifornien verhandelt.
•    Der Vergleich ist erst vorläufig gebilligt; endgültig entscheiden Gericht und ein Großteil der Kläger, Anhörung am 9. Juli.
•    Parallel läuft vor dem Supreme Court ein wichtiges Verfahren zu Warnhinweisen und dem Vorrang von Bundesrecht.

Der Konzern wertet die Entscheidung als hilfreich, weil damit das Genehmigungsverfahren an der zuständigen Stelle fortgesetzt werden kann. Bereits Anfang März hatte das Gericht in Missouri dem Vergleich vorläufig zugestimmt. Endgültig ist die Sache aber noch nicht entschieden: Das Gericht muss den Deal noch billigen, zudem muss ein Großteil der Kläger zustimmen. Eine Anhörung dazu ist für den 9. Juli angesetzt.

Bayer (WKN: BAY001)

Bayer hatte sich im Februar mit großen US-Kanzleien auf den Vergleich geeinigt. Er soll frühere und künftige Klagen erfassen, in denen eine Erkrankung am Non-Hodgkin-Lymphom auf den Einsatz von Roundup zurückgeführt wird. Die Zahlungen sollen sich über 20 Jahre erstrecken, wobei der größte Teil noch in diesem Jahr fließen soll.

Ganz ausgestanden ist das Thema damit jedoch nicht. Parallel läuft weiterhin ein Verfahren vor dem Supreme Court. Dort geht es um die Frage, ob Bundesrecht bei Warnhinweisen für Unkrautvernichter Vorrang vor dem Recht einzelner Bundesstaaten hat. Eine Entscheidung wird gegen Monatsende beziehungsweise bis Mitte des Jahres erwartet. Auch Jefferies sieht genau darin den entscheidenden Punkt. Die Analysten halten an „Hold“ und einem Kursziel von 40 Euro fest.

Die Aktie hat sich zuletzt deutlich von ihren Tiefs lösen können. Charttechnisch wichtig wäre nun der nachhaltige Sprung über die 50-Tage-Linie. Im Blickfeld bleiben derzeit aber weiter die Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten in den USA. Hier ist in den kommenden Wochen mit weiteren richtungsweisenden Neuigkeiten zu rechnen. Anleger verharren vorerst weiter an der Seitenlinie.

FAQs:
Welche Geschäftsbereiche hat Bayer?
Der Leverkusener Traditionskonzern ist in drei Divisionen aufgeteilt: Crop Science, Consumer Health und Pharma.
Warum ist die Pharma-Sparte für Bayer so wichtig?
Weil sie einen erheblichen Teil von Umsatz und Gewinn liefert. Das Unternehmen sieht sich allerdings auch mit auslaufenden Patenten bei Top-Sellern konfrontiert.
Warum gibt es so viele Klagen gegen Bayer?
In den USA werfen Kläger Bayer/Monsanto vor, nicht ausreichend vor möglichen Krebsrisiken gewarnt zu haben. Seit Jahren schwelt der Rechtsstreit.


Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bayer.

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