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AKTIONÄR‑Tipp Biogen: Kurssprung trotz Prognosesenkung – die Hintergründe

AKTIONÄR‑Tipp Biogen: Kurssprung trotz Prognosesenkung – die Hintergründe
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Michel Doepke Heute, 09:38 Michel Doepke

Kurze Schrecksekunde: Der Biotech-Gigant Biogen zog im Rahmen der Q1-Zahlenvorlage seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr zurück. Dennoch drehte die Aktie, nachdem die Schlagzeile über den Ticker gelaufen ist, zügig ins Plus. Zum Handelsende stand sogar ein Plus glatt sechs Prozent auf der Kurstafel.

Denn die Revidierung der Prognose für das Ergebnis je Aktie ist auf Sondereffekte zurückzuführen. Biogen berücksichtigt Kosten für die laufende Forschung und Entwicklung, also noch nicht abgeschlossene Projekte, die zum Beispiel bei Übernahmen bilanziert werden.

Hintergrund: Biogen befindet sich derzeit im Akquisitionsprozess von Apellis. Ende März kündigte der Biotech-Riese die Transaktion an, die mit einem Wert von 5,6 Milliarden Dollar hinter der Übernahme von Reata der zweitgrößte Zukauf in der Geschichte von Biogen ist.

Biogen erwartet nun ein Ergebnis je Aktie zwischen 14,25 Dollar und 15,25 Dollar. Zuvor erwartete das Unternehmen einen Gewinn zwischen 15,25 und 16,25 Dollar pro Papier. Beim Umsatz wird weiterhin ein Rückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich gegenüber dem Gesamtjahr 2025 erwartet.

Das erste Quartal sendete indes positive Signale: Der Umsatz stieg um zwei Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie (GAAP) kletterte um 31 Prozent auf 2,15 Dollar. Biogen erwartet, dass die Apellis-Transaktion im zweiten Quartal abgeschlossen wird. Mit den Q2-Zahlen will die Biotech-Gesellschaft dann eine aktualisierte Guidance inklusive Apellis dem Kapitalmarkt an die Hand geben.

Biogen (WKN: 789617)

Alzheimer-Mittel überrascht

Überraschend positiv entwickelte sich zudem der Absatz des teils umstrittenen Alzheimer-Medikaments Leqembi. Im Auftaktquartal steigerte Biogen die Einnahmen mit dem Mittel um 74 Prozent auf 168 Millionen Dollar. Die erfreuliche Entwicklung sorgte auch für steigende Kurse bei der schwedischen BioArctic, die den Wirkstoff ursprünglich erforscht hat. Die Skandinavier profitieren in Form von Tantiemen an den Verkaufserlösen des Biopharma-Duos Eisai und Biogen.

Die erste negative Reaktion auf die Apellis-Übernahme ist verflogen, der Anlegerfokus richtet sich wieder auf die operative Entwicklung von Biogen. Und die war im ersten Quartal ordentlich. Interessierte Anleger können wieder Positionen aufbauen. Ein starkes charttechnisches Signal würde der Titel mit dem Ausbruch über das 52-Wochen-Hoch bei 202,41 Dollar senden.

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