Volkswagen steht offenbar vor einer massiven Verschärfung seines Sparkurses. Laut einem Bericht des Manager Magazins soll der Konzern die Kosten bis 2028 konzernweit um 20 Prozent senken – das entspräche einem Volumen von rund 60 Milliarden Euro. Hintergrund sind schwache Verkaufszahlen in China sowie Belastungen durch US-Zölle.
Die bisherigen Programme reichen demnach nicht aus. Selbst zusätzliche Stellenstreichungen über die bereits vereinbarten 35.000 Jobs hinaus sowie Werksschließungen sollen intern nicht mehr ausgeschlossen werden.
Konzernchef Oliver Blume und Finanzvorstand Arno Antlitz sollen die Führungskräfte im Januar mit den ambitionierten Vorgaben konfrontiert haben. Ziel sei es, die Gewinnschwelle deutlich zu senken – und zwar markenübergreifend und über sämtliche Kostenarten hinweg.
Offiziell verweist VW auf laufende Effizienzprogramme, die bereits Einsparungen im zweistelligen Milliardenbereich gebracht hätten. Dadurch habe man geopolitische Belastungen abgefedert und bleibe auf Kurs. Ein Update soll es am 10. März geben.
Der Betriebsrat widerspricht Spekulationen über Standortschließungen klar. Mit der Ende 2024 erzielten Sanierungsvereinbarung seien Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen worden. Der geplante Stellenabbau bis 2030 erfolgt über Altersteilzeit, Vorruhestand und Abfindungen. Zielgröße: eine Ergebnisverbesserung von 11 Milliarden Euro.
Brisant: Der operative Cashflow 2025 fiel mit sechs Milliarden Euro deutlich besser aus als erwartet. Laut Bericht spielte dabei auch der Druck von Ratingagenturen eine Rolle. Um eine mögliche Herabstufung zu verhindern, sollen zusätzliche Maßnahmen ergriffen worden sein – darunter der Verkauf offener Forderungen. Kritik entzündete sich daran, dass der höhere Cashflow knapp über einer Bonus-Schwelle für den Vorstand liegt. Der Betriebsrat fordert nun eine Prämie auch für die Tarifbeschäftigten.
An der Börse blieb die Reaktion verhalten: Die Vorzugsaktie notierte zuletzt bei 102,75 Euro und damit leicht unter dem Niveau zum Jahresstart. Volkswagen muss Tempo machen. Produktseitig kann VW derzeit nicht unbedingt glänzen. Die Konkurrenz in China ist nahezu auf und davon. Aktuell ist es (noch) zu wenig was Volkswagen präsentiert, um die Aktie zum Kauf zu empfehlen. Charttechnisch positiv war die jüngste erfolgreiche Bestätigung der 200-Tage-Linie.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Volkswagen Vz..
Heute, 17:20