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30.09.2020 Thorsten Küfner

Lufthansa: Es ist vorbei

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Deutsche Lufthansa

Das Ende einer wahren Institution: Die von der Corona-Krise gebeutelte Lufthansa lässt die Ausbildung neuer Piloten an der Verkehrsfliegerschule in Bremen auslaufen. Die rund 700 Flugschüler wurden am Dienstag in einem Webcast dringend aufgefordert, sich einen neuen Berufsweg zu suchen und jetzt die Schule ohne finanzielle Verpflichtungen zu verlassen. Auf Jahre hinaus gebe es bei den Konzern-Airlines keinen Bedarf an Nachwuchspiloten, begründete ein Sprecher des Schulbetreibers Lufthansa Aviation Training (LAT) den Appell.

Die LAT fühle sich allerdings verpflichtet, die seit Monaten unterbrochene Ausbildung fortzuführen, wenn die Schüler darauf bestehen. Diejenigen, die kurz vor der Abschlussprüfung stehen, werde man noch selbst ausbilden. Für die übrigen suche man Plätze an anderen Flugschulen, kündigte der Sprecher an. Eine Übernahme könne Lufthansa nicht garantieren, so dass die Schüler nach fünf Jahren noch Vorleistungen des Konzerns zwischen 60 000 und 80 000 Euro zurückzahlen müssten.

Die Pilotengewerkschaft "Vereinigung Cockpit" verlangte von der LAT, die Ausbildung aller Flugschüler wie zugesagt noch selbst zu leisten. "Wir wollen keine verlorene Generation", sagte ein Sprecher. Es sei auch widersinnig, wenn der Konzern externe Dienstleister beauftrage und dafür in der Krise Geld aufwende. Laut VC stehen von den rund 700 Schülern rund 170 kurz vor dem Abschluss.

Deutsche Lufthansa (WKN: 823212)

Die Entscheidung ist natürlich schmerzhaft, aber rein ökonomisch betrachtet vernünftig. Die Begründung der Lufthansa, dass vermutlich über Jahre hinweg kaum noch neue Piloten benötigt werden, ist ein weiterer Beleg dafür, wie schlecht die Aussichten sind. Anleger sollten den MDAX-Titel daher weiterhin meiden. 

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren könnten: Lufthansa. 

(Mit Material von dpa-AFX)