Die Comebacks nach Corona
06.01.2021 Martin Mrowka

E-Autos: Hier hat Volkswagen Tesla schon überholt

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Tesla

Zahlen für 2020 sind für Deutschland noch nicht ermittelt. Experten rechnen jedoch damit, dass der Anteil von hierzulande neu zugelassenen E-Autos um etwa 200 Prozent gegenüber 2019 gestiegen ist. Etwa jede dritte Neuzulassung wäre ein Elektro- oder Hybrid-Fahrzeug. In einem skandinavischen Land hat die Quote bereits die 50-Prozent-Marke überschritten: Norwegen.

In Norwegen sind im vergangenen Jahr erstmals mehr Elektro-Autos verkauft worden als Fahrzeuge mit Benzin-, Diesel- oder Hybridmotoren. Der E-Anteil bei den Neuzulassungen ist von 42,4 Prozent im Jahre 2019 im vergangenen Jahr auf 54,3 Prozent gestiegen. Nirgendwo auf der Welt ist der Elektro-Anteil an allen verkauften Neuwagen größer.

Die Verkäufe batteriegetriebener Autos beschleunigten sich in den letzten Monaten des abgelaufenen Jahres und erreichten nach Angaben des norwegischen Straßenverkehrsverbands OfV im Dezember mit 66,7 Prozent den höchsten Stand in einem einzelnen Monat.

Im vergangenen Jahr kamen in Norwegen gut 141.000 Neuwagen auf die Straßen, davon waren rund 76.800 vollelektrisch. Am stärksten gefragt waren Elektro-Modelle des Volkswagen-Konzerns, der damit seinen US-Rivalen Tesla ausstach. Auf Platz 3 folgt Toyota, dahinter BMW und Volvo.

Die Liste der meistverkauften E-Autos in Norwegen führte 2020 die VW-Tochter Audi mit ihren E-tron-Modellen an. Tesla war 2019 noch mit seinem kompakten Model 3 vorne, diesmal blieb nur der zweite Platz. In 2021 will der US-Elektroautobauer das SUV-Modell Y auf den Markt bringen. Auch von Ford, BMW und Volkswagen gehen die ersten Elektro-SUVs an den Start.

An der Börse schlägt Tesla jedoch alle. Zuletzt markiert der Tesla-Kurs bei 740 Dollar bzw. 610 Euro neue Fabelrekord-Höhen. Der folgende Chart zeigt den Vergleich mit der Vorzugsaktie von Volkswagen (blau) seit Jahresanfang 2020 auf Euro-Basis.

Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat das Kursziel für Tesla gerade von 540 auf 810 Dollar angehoben und die Einstufung auf "Overweight" belassen. Die Auslieferungen des Autoherstellers seien im vierten Quartal höher als erwartet gewesen, schrieb Analyst Adam Jonas in einer aktuellen Studie. Daraus resultierten höhere Schätzungen und ein neues Kursziel. Die üppige Bewertung nannte Jonas gerechtfertigt.

Tesla (WKN: A1CX3T)

Norwegen fördert den Verkauf von E-Autos schon länger und hat sich zum Ziel gesetzt, ab 2025 keine Verbrenner mehr zuzulassen. “Unsere vorläufige Prognose ist, dass Elektroautos im Jahr 2021 einen Marktanteil von 65 Prozent erreichen werden”, sagte Christina Bu von der Norwegian Electric Vehicle Association, einer Lobbygruppe für E-Mobilität gegenüber Reuters. “Wenn wir das schaffen, wird das Ziel, im Jahr 2025 nur noch emissionsfreie Autos zu verkaufen, in Reichweite sein.”

Norwegen räumt E-Auto-Besitzern unter seinen gut fünf Millionen Einwohnern viele Vorteile ein – etwa den Verzicht auf Einfuhrzölle und Steuern für Elektroautos. Außerdem zahlen E-Auto-Besitzer keine Maut auf Autobahnen und können in den Städten die Busspuren benutzen. Gebühren für das Parken auf öffentlichen Parkplätzen entfallen für Stromer weitgehend. 

Elektroautos dürften in den kommenden Jahren verstärkt in den Fokus der Hersteller, Käufer und Aktionäre geraten. Sowohl die Papiere von Tesla als auch Volkswagen bleiben haltenswert. Tesla ist angesichts eines 21er-KGV von 185 derzeit extrem hoch bewertet. Doch solange der Markt das Papier hypt, bleiben Anleger an Bord. Eigene Stopp-Marken verhindern im Falle eines plötzlichen Absturz Schlimmeres.

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