08.04.2020 Marion Schlegel

BP, Total & Co: Ölpreise im Fokus – nur noch ein Tag!

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Oil WTI

Zuletzt haben die Ölpreise ihre Erholung fortgesetzt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostet derzeit 32,49 Dollar. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte WTI notiert derzeit bei 24,67 Dollar. In der vergangenen Woche war der Preis für Nordsee-Öl zwischenzeitlich bis auf 35 Dollar gestiegen, um zum Wochenstart wieder nachzugeben.

Oil WTI (ISIN: XC0007924514)

Der Ölmarkt wird zur Zeit durch einen Doppelschock belastet. Neben dem massiven Nachfrageausfall infolge der Corona-Epidemie liefern sich führende Ölnationen seit März einen Preiskrieg. Ein für Montag geplantes Treffen von Ölförderländern, die sich in der sogenannten "Opec+" zusammengeschlossen haben, war auf Donnerstag verschoben worden. Ein Treffen der Energie-Minister der G20-Gruppe unter Vorsitz von Saudi-Arabien könnte am Freitag stattfinden. Derweil gehen die informellen Gespräche auf diplomatischer Ebene weiter: Ein wirksames Abkommen zur Förderkürzung müsste laut Ansicht von Marktbeobachtern Saudi-Arabien, Russland und die USA mit einschließen.

"Eine Förderkürzung um zehn Millionen Barrel am Tag wäre signifikant und würde die Preise stützen", kommentierte Howie Lee, Ökonom der Oversea-Chinese Banking Corporation. Ohne eine Beteiligung der USA sei es jedoch unwahrscheinlich, dass andere Produzenten solche Kürzungen in Betracht ziehen.

Oil Brent (ISIN: XC0007240267)

Jüngste Gespräche zwischen Saudi-Arabien und Russland drehen sich laut Aussage von Delegierten weiterhin um eine mögliche Förderkürzung von zehn Millionen Barrel am Tag. Zuletzt hatte die amerikanische Energieinformationsbehörde EIA ihre Schätzung für die amerikanische Fördermenge in diesem Jahr von 12,99 auf 11,76 Millionen Barrel am Tag gesenkt. Marktbeobachter wiesen darauf hin, dass sich Saudi-Arabien und Russland mit der geringeren Fördermenge in den USA zufriedengeben könnten.

BP (WKN: 850517)

Alles blickt demnach derzeit auf Donnerstag, ob sich die in der OPEC+ organisierten Ölförderländer auf eine ausreichend hohe Reduzierung der Fördermengen einigen können, um die Preise zu stützen. Eine weitere wichtige Frage ist: Erholt sich die Ölnachfrage auch ausreichend, um die Ölpreise wieder nachhaltig über die Marke von 30 Dollar zu hieven? Daher bleiben Ölaktien derzeit nur etwas für mutige Anleger mit einem langen Atem. Wer darüber verfügt, kann sich allmählich wieder Stück für Stück bei den drei Dividendenperlen Shell, Total und BP ins Depot zugreifen.

(Mit Material von dpa-AFX)

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