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Teurer KI‑Traum in Texas: Verbrennt Elon Musk hier Milliarden?

Teurer KI‑Traum in Texas: Verbrennt Elon Musk hier Milliarden?
Foto: ChatGPT, KI-generiertes Bild
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Annalena Götz Heute, 16:19 Annalena Götz
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SpaceX will seine Rechenkapazitäten offenbar massiv ausbauen. Medienberichten zufolge plant der Weltraum- und KI-Konzern ein neues Großrechenzentrum in Texas. Für Nvidia und andere Infrastrukturzulieferer wäre das ein weiteres starkes Nachfragesignal. Für SpaceX überwiegt hingegen zunächst die Kostenseite – die milliardenschweren Investitionen müssen sich rechnen.

Nach einem Bericht, den The Information am Mittwoch veröffentlichte, bereitet SpaceX mindestens ein neues Großrechenzentrum in Texas vor. Das Unternehmen habe in den vergangenen Monaten mehrere Standorte geprüft. Im Raum stehen sowohl Neubauten als auch der Umbau einer bestehenden Lagerhalle. Die Kapazität soll an die bisherigen Anlagen rund um Memphis heranreichen, wo SpaceX bereits zwei Rechenzentren mit zusammen etwa einem Gigawatt Rechenleistung betreibt. Eine offizielle Bestätigung des Konzerns steht bislang aus. Die SpaceX-Aktie fiel am Tag der Meldung um 6,7 Prozent.

SpaceX (WKN: A42D4F)

Die Ausbaupläne passen zur Strategie, überschüssige Rechenkapazität zunehmend an externe Kunden zu vermieten. SpaceX hat bereits Vereinbarungen mit Anthropic und Google geschlossen. Damit entsteht neben Starlink, Raketenstarts sowie den kostenpflichtigen Abos für das KI-Modell Grok und X Premium ein weiteres potenzielles Geschäftsfeld: Compute as a Service.

SpaceX baut, Nvidia und Co kassieren

Am schnellsten dürften die Kassen wohl bei Nvidia und anderen Rechenzentrumsausrüstern klingeln. Wedbush-Analyst Matt Bryson verwies in einem aktuellen Kommentar darauf, dass "SpaceX ab 2027 ehebliche Mengen an Komponenten beschaffen will, um seine Rechenzentrumspläne umzusetzen". Demnach dürfte die Nachfrage nach Grafikprozessoren, Netzwerktechnik, Speichern und Kühlsystemen hoch bleiben.

Ob die Kapazitäten später dauerhaft ausgelastet sind und SpaceX mit seinen Rechenzentren attraktive Renditen erzielt, ist für die Unternehmen, die am Aufbau der Infrastruktur verdienen, zweitrangig. Für den Data-Center-Betreiber beginnt die eigentliche Rechnung dagegen erst mit der Inbetriebnahme.

Milliarden für KI: Die große Rechnung kommt später

Das KI-Segment von SpaceX erzielte 2025 laut Börsenprospekt rund 3,20 Milliarden Dollar Umsatz, verbuchte dabei jedoch einen operativen Verlust von 6,36 Milliarden Dollar. Allein im ersten Quartal 2026 weitete sich der operative Verlust auf 2,47 Milliarden Dollar aus. Als Belastungen nennt der Konzern unter anderem Abschreibungen auf Grafikprozessoren, Rechenzentrumsinfrastruktur und Personalkosten.

Die Texas-Pläne würden das ohnehin umfangreiche Investitionsprogramm weiter aufblähen. Im ersten Quartal flossen 7,72 Milliarden Dollar in das KI-Segment, weitere 2,38 Milliarden Dollar in Raketen und Satelliten – bei einem konzernweiten Quartalsumsatz in Höhe von 4,69 Milliarden Dollar. Mit dem Ausbau in Texas dürfte sich der Kapitalbedarf weiter erhöhen, bevor daraus nennenswerte zusätzliche Erlöse entstehen. 

Der finanzielle Härtetest folgt, wenn das neue Rechenzentrum ans Netz geht: Dann schlagen Abschreibungen sowie laufende Betriebskosten zunehmend auf das Ergebnis durch. Steigen Investitionen schneller als operative Mittelzuflüsse, sinkt der freie Cashflow. SpaceX müsste die zusätzlichen Kapazitäten daher schnell genug auslasten und zu Geld machen, damit die Erlöse mit den wachsenden Kosten Schritt halten können.

Hinzu kommt: Gerade KI-Chips unterliegen einer kurzen technologischen Lebensdauer. Neue Generationen bieten regelmäßig mehr Leistung und höhere Effizienz. Dadurch können bestehende Anlagen wirtschaftlich schnell altern. Hyperscaler stehen somit unter ständigem Druck, erneut zu investieren.

Dass SpaceX mit Google und Anthropic bereits zwei echte Schwergewichte als zahlungskräftige Partner an Bord hat, nimmt zumindest einen Teil des Risikos aus der Wette. Diese namhaften Abnehmer sichern nicht nur eine erste Grundauslastung der Data-Center-Kapazitäten, sondern belegen auch das Vertrauen der Branche in die Infrastruktur. 

Nvidia (WKN: 918422)

Die Texas-Pläne unterstreichen, wie groß Elon Musks Ambitionen im KI-Geschäft sind. Für Nvidia und andere Ausrüster ist das eine gute Nachricht: Sie profitieren unmittelbar von steigenden Bestellungen für Chips und Infrastruktur. SpaceX trägt dagegen das Finanzierungsrisiko. Für die Aktie sind neue Rechenzentren daher zunächst Fantasie, aber kein Kaufargument.

Bis SpaceX beweist, dass sich die Milliardeninvesitionen rentieren, bleibt der Halbleitersektor die erste Wahl, um vom weltweiten Ausbau der Rechenkapazitäten zu profitieren. Die Aktien von AMD, Marvell und Applied Materials etwa haben seit Jahresbeginn mehr als 100 Prozent zugelegt. Der Börsenwert von Speicherchip-Spezialist Micron hat sich sogar verdreifacht. Diese vier und 16 weitere Favoriten aus dem Sektor bündelt der neue Chip Titans Index des AKTIONÄR. Anleger, die den KI-Ausbau breit gestreut spielen wollen, setzen auf den Index. Alle Informationen und passende Anlageprodukte finden Sie hier.

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