19.05.2020 Marion Schlegel

Teamviewer: „Jahresziele zu konservativ“ – geht die Rallye jetzt weiter?

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Teamviewer

Die Aktie des Software-Spezialisten ist nach der starken Rallye seit Mitte März zuletzt unter Druck gekommen. Belastet hat hier zuletzt, dass sich des Finanzinvestors Permira vor einigen Tagen von einem weiteren Aktienpaket getrennt hat. Bereits Anfang März hatte Permira schon Anteile veräußert. Ein positiver Analystenkommentar der US-Investmentbank Goldman Sachs könnte dem Papier aber Unterstützung verleihen.

Goldman Sachs hat Teamviewer nach einem Gespräch mit dem Vorstand des Spezialsoftware-Anbieters auf "Buy" mit einem Kursziel von 50 Euro belassen. Das Management sei optimistisch bezüglich der Geschäftsdynamik und insbesondere der Zugkraft des Unternehmens, resümierte Analyst Mohammed Moawalla in einer am Montag veröffentlichten Studie. Die Jahresziele des Anbieters von Fernwartungssoftware erschienen ihm konservativ. Dabei verwies er zugleich auf geplante Investitionen, um das Wachstum anzuheizen.

Teamviewer (WKN: A2YN90)

Der Finanzinvestor Permira hat mit der jüngsten Platzierung von 25 Millionen Aktien rund eine Milliarde Euro eingenommen. Für den Finanzinvestor, der jetzt noch 39 Prozent an dem inzwischen mit mehr als acht Milliarden Euro bewerteten Unternehmens hält, wird Teamviewer damit zunehmend ein Riesenerfolg.

Permira hatte Teamviewer erst 2014 für rund 870 Millionen Euro gekauft und dann im Herbst 2019 an die Börse gebracht. Beim größten deutschen Tech-Börsengang seit dem Platzen der Dotcom-Blase um die Jahrtausendwende konnte der Investor 2,2 Milliarden Euro erlösen. Anfang März dieses Jahres konnte Permira dann mit der Platzierung von 22 Millionen Aktien rund 700 Millionen Euro einnehmen – jetzt kommt eine weitere Milliarde Euro dazu.

Dazu kommt für den Investor noch das verbliebene Aktienpaket, das derzeit auch noch mal mehr als drei Milliarden Euro wert ist. Teamviewer ist einer der Gewinner der Corona-Krise. Das Unternehmen profitiert von einer hohen Nachfrage nach Fernwartungs- und Homeoffice-Software. Die Aktie hatte am Mittwoch – also vor der Platzierung – mit 45,65 Euro ein weiteres Rekordhoch erreicht.

Trotz der jüngsten leichten Korrektur bei Teamviewer ist die Aktie nach wie vor im 3-Monatsvergleich hinter HelloFresh der zweitbeste Wert im MDAX. Eine ausführliche Einschätzung zur Aktie lesen Sie in der aktuellen Ausgabe 21/2020 des AKTIONÄR, die Sie hier herunterladen können.

(Mit Material von dpa-AFX)