Palo Alto Networks legt heute Abend nach US-Börsenschluss die Zahlen zum Q4 2026 vor. Umsatz und Gewinn gelten als gesetzt, kursentscheidend ist eine Zahl, die noch niemand kennt. Seit Jahresanfang hat die Aktie rund 107 Prozent zugelegt.
Was die Wall Street erwartet
Der Konsens liegt bei 0,98 Dollar Gewinn und 3,35 Milliarden Dollar Umsatz – am oberen Rand der eigenen Prognose. Das NGS ARR soll 8,90 bis 8,95 Milliarden Dollar erreichen. Im Vorjahr waren es 2,53 Milliarden Dollar und 0,95 Dollar je Aktie – beim Umsatz also ein Plus von 32,0 Prozent, beim Gewinn von gut drei Prozent.
Dass der Gewinn nicht mit dem Umsatz Schritt hält, hat einen Grund: CyberArk kostete rund 25 Milliarden Dollar, davon 112 Millionen eigene Aktien – der Gewinn verteilt sich seither auf mehr Schultern. Dafür zahlt der Markt ein KGV von 91 auf die erwarteten Gewinne.
Gut zu wissen: NGS ARR sind die wiederkehrenden Erträge des Abo-Geschäfts: Alle am Quartalsende laufenden Software-Abos, hochgerechnet auf zwölf Monate. Die Zahl zeigt, was im nächsten Jahr hereinkommt, wenn kein Kunde kündigt.
Im Q3 legte der Umsatz um 31 Prozent auf 3 Milliarden Dollar zu, davon 388 Millionen aus den Zukäufen CyberArk und Chronosphere. Das NGS ARR sprang um 60 Prozent auf 8,13 Milliarden Dollar; ohne die Zukäufe blieben 6,5 Milliarden und 28 Prozent, das Neugeschäft lag bei 370 Millionen Dollar.
CrowdStrike: Der Peer-Vergleich in derselben Periode
CrowdStrike hat am 26. August für denselben Stichtag berichtet, den 31. Juli: Umsatz plus 26 Prozent, Abo-Erlöse plus 25 Prozent auf 5,84 Milliarden Dollar. Beide wachsen schneller als zuvor – Rückenwind der Branche. Eines lässt sich aber nicht vergleichen: CrowdStrike ist aus eigener Kraft gewachsen, in den 60 Prozent von Palo Alto Networks steckt das gekaufte Geschäft. Aus eigener Kraft blieben 28 Prozent, allerdings im älteren April-Quartal. Der vergleichbare Wert kommt heute Abend.
Auslöser in beide Richtungen
Was die Aktie tragen würde:
Fällt die erste NGS-ARR-Prognose für 2027 über 22,1 Prozent aus, ist der Vorwurf entkräftet, das Wachstum sei gekauft. Dazu kommen Synergien bei CyberArk, die drei bis sechs Monate vor Plan liegen.
Was sie kippen würde:
Vorstandschef Nikesh Arora hat im Juni vor überzogenen Erwartungen an die Sicherheitsbudgets gewarnt. Bei einem KGV von 91 genügt eine vorsichtige Prognose. Hinzu kommt ein operativer Verlust nach US-Bilanzrecht von 183 Millionen Dollar im dritten Quartal, Folge der Abschreibungen auf den CyberArk-Kaufpreis. Und ein Teil der jüngsten Kursgewinne ist geliehen, den CrowdStrike und Okta legten starke Zahlen vor.
Der Markt preist 8,6 bis 11 Prozent Bewegung ein, deutlich mehr als der Median von rund sechs Prozent. Ein Beat ist Erwartung, kein Ereignis: Dreimal in Folge fiel die Aktie nach den Zahlen, obwohl die Schätzungen übertroffen wurden.
Umsatz und Gewinn sind entschieden, offen ist der Ausblick. Drei Größen zählen, die wichtigste zuerst: die NGS-ARR-Prognose für 2027 (Schwelle 22,1 Prozent), das organische Neugeschäft (rund 573 Millionen Dollar nach 370 Millionen) und die Free-Cashflow-Marge (37,5 Prozent im Gesamtjahr).
DER AKTIONÄR hat eine laufende Empfehlung für Palo Alto mit Kursziel 420 Euro und einen Stopp bei 275 Euro.
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01.09.2026, 08:49
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