Palo Alto Networks treibt seine aggressive Expansion im Bereich der Cybersicherheit mit hohem Tempo voran. Hinter den Kulissen blitzte der US-Konzern zwar bei namhaften Rivalen ab, doch Konzernchef Nikesh Arora hat längst neue milliardenschwere Ziele ins Visier genommen. Wie viel Zündstoff steckt in der Übernahmestrategie?
Der IT-Sicherheitsriese Palo Alto Networks greift nach der Marktführerschaft im Zeitalter der künstlichen Intelligenz. Wie Berichte von The Information nun enthüllen, unternahm Konzernchef Nikesh Arora in den vergangenen Jahren mehrere Vorstöße, um die Branchengrößen Okta und Datadog zu schlucken. Die Verhandlungen mit Okta scheiterten letztlich an unterschiedlichen Preisvorstellungen, während Datadog-Chef Olivier Pomel ein mögliches Angebot von vornherein abblockte. Die beiden Konkurrenten haben ihren Börsenwert seither deutlich gesteigert, womit ein Zusammenschluss vorerst vom Tisch sein dürfte.
Arora ließ sich von den Absagen jedoch nicht bremsen und fädelte rasch alternative Zukäufe ein. Im Sommer 2025 sicherte sich der Konzern CyberArk für 25 Milliarden Dollar, gefolgt von der Übernahme des Datenspezialisten Chronosphere für gut drei Milliarden Dollar zu Beginn des Jahres 2026. Dass sich die Deals bereits bezahlt machen, belegen die jüngsten Quartalszahlen: Von den drei Milliarden Dollar Gesamtumsatz im April-Quartal steuerten die beiden Neuerwerbungen bereits 338 Millionen Dollar bei.
Die Shoppingtour ist damit keineswegs beendet. Um das Angebot rund um Chronosphere auszubauen, prüft das Management weitere Zukäufe. Im Fokus stehen dabei die aufstrebenden Daten- und Analyse-Start-ups Cribl mit einer Bewertung von 3,5 Milliarden Dollar sowie ClickHouse, das mit 15 Milliarden Dollar bewertet wird. Zudem sondiert Arora den Markt für KI-gestützte Sicherheitslösungen. Der Grund für das hohe Tempo ist der dramatische Wandel der Bedrohungslage: Weil autonome KI-Agenten immer komplexere Cyberangriffe ermöglichen, rückt lückenlose Systemüberwachung ganz oben auf die Agenda der Chefetagen.
Palo Alto Networks baut seine Spitzenposition im boomenden Cybersecurity-Markt durch clevere Übernahmen konsequent aus und bleibt eine laufende Empfehlung des AKTIONÄR. Bei den potenziellen Übernahmezielen Okta und Datadog drängt sich ein Einstieg derzeit nicht auf. Anleger setzen weiter auf Palo Alto.
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