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16.04.2020 Thobias Quaß

Nokia: Jetzt kommt die chinesische Retourkutsche

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Nokia

Im wichtigen Ausbau des 5G-Mobilfunknetzes in China verliert Nokia in der zweiten Ausbauphase den Großauftrag von China Mobile. In der ersten Runde wurden die Finnen noch berücksichtigt, dann kamen die Entscheidungen gegen Huawei beim 5G-Ausbau in Europa und den USA. Ein herber Schlag im Kampf um die begehrten Aufträge – es gibt aber auch eine Chance.

Im Streit um die Vergabe der Verträge zum Ausbau der 5G-Netze zwischen China, den USA und Europa gibt es einen ersten Verlierer. Nokia ist in der zweiten Ausbauphase des 5G-Netzausbaus für Chinas größten Telekomanbieter China Mobil (942 Millionen Kunden) nicht mehr mit im Boot. Die Position der Finnen geht nun an China Information Communication Technologies, die neben Ericsson, ZTE und Huawei mit dem weiteren Ausbau beauftragt wurden.

Zum Start von 5G im Reich der Mitte gewann Nokia 2018 noch gut zehn Prozent der ausgeschriebenen Aufträge. Diese machten acht Prozent des Jahresumsatzes 2019 in Höhe von 23,3 Milliarden Euro aus. Der jetzige Ausschluss der Europäer kommt nachdem im Januar Frankreich und die USA ihrerseits Huawei von großen Teilen ihres 5G-Ausbaus ausgeschlossen haben. Eine Chance: Diese Auftragsvolumina könnte nun Nokia erhalten.

Nokia muss einen harten Schlag im Kampf um die lukrativen Verträge zum weltweiten Ausbau des 5G-Mobilfunkstandards einstecken. Durch diese Retourkutsche aus China stehen die Chancen für Nokia aber gut, im europäischen 5G-Ausbau zu den Gewinnern zu gehören. Hier sind lukrative Aufträge möglich. Bis Ende dieses Jahres will die Telekom die 20 größten Städte Deutschlands komplett mit 5G ausgestattet haben. Darüber hinaus nimmt die Bundesregierung bis 2024 1,1 Milliarden Euro in die Hand, um Funklöcher auf dem Land zu schließen. Mutige Anleger können die niedrigen Preise für einen Einstieg nutzen.

Nokia (WKN: 870737)