++ Verrückte Börsen – 150 Prozent Potenzial ++

GoPro‑Wahnsinn geht weiter: +78 Prozent – Aktie vom Handel ausgesetzt

GoPro‑Wahnsinn geht weiter: +78 Prozent – Aktie vom Handel ausgesetzt
Foto: Kolonko/Yogesh-K-Shah/shutterstock
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Michael Herrmann 01.09.2026, 16:29 Michael Herrmann
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Der Kamerahersteller GoPro sorgt heute für reichlich Wirbel. Lange totgeglaubt schoss der Kurs bereits gestern in die Höhe. Vorbörslich ging es am Dienstag noch weiter nach oben. Die Aktie wurde zu Beginn sogar vom Handel ausgesetzt. Der Kurswahnsinn hat einen guten Grund.

  • GoPro-Aktie nach Fusionsplänen zeitweise vom Handel ausgesetzt.
  • Aktionäre erhalten 285 Millionen US-Dollar und zehn Prozent am neuen Unternehmen.
  • Fokus künftig auch auf KI-Infrastruktur und Verteidigung.

Bei GoPro geht es in dieser Woche Schlag auf Schlag. Gestern sorgte der Einstieg von YouTube-Star und Filmemacher Markiplier für einen Kurssprung von 48 Prozent. Er schwang sich zum größten Einzelaktionär des angeschlagenen Kameraherstellers auf (DER AKTIONÄR berichtete).

Heute folgte der nächste Paukenschlag. GoPro will mit dem privaten Photonik-Unternehmen Starman Optical fusionieren und sich damit strategisch neu aufstellen. Vorsbörslich sorgte das für einen weiteren Kurssprung von zeitweise 78 Prozent.

Nach der am Dienstag veröffentlichten Mitteilung erhalten die GoPro-Aktionäre im Zuge der Transaktion insgesamt 285 Millionen Dollar in bar. Dies entspricht 1,14 Dollar je Aktie. Der Betrag kann sich abhängig vom Nettoumlaufvermögen zum Abschluss der Transaktion noch anpassen. Zusätzlich sollen die bisherigen GoPro-Aktionäre rund zehn Prozent der aus der Fusion hervorgehenden Gesellschaft behalten.

Ein zentraler Bestandteil der Vereinbarung ist die finanzielle Entlastung. GoPros ausstehende Schulden in Höhe von rund 92 Millionen Dollar sollen bei Abschluss vollständig zurückgezahlt werden. Das Unternehmen will damit eine weitgehend schuldenfreie Bilanz erhalten und zugleich frisches Kapital für Investitionen in neue Wachstumsfelder gewinnen.

GoPro bleibt nach der Fusion als börsennotiertes Unternehmen an der Nasdaq gelistet. Die bestehenden Produkte – darunter die Actionkameras – sowie das Abonnement- und Cloud-Geschäft sollen weitergeführt werden. Gleichzeitig soll das Produktportfolio deutlich breiter aufgestellt werden.

Mit Starman Optical kommt ein Geschäft mit optischen Transceivern hinzu. Diese Komponenten werden unter anderem für die Datenübertragung in Rechenzentren benötigt. GoPro will damit vom stark wachsenden Bedarf rund um KI und die dafür notwendige Infrastruktur profitieren.

Darüber hinaus sieht die Vereinbarung Chancen in den Bereichen Regierung, Verteidigung, Robotik und Luft- und Raumfahrt. Starman verfügt nach eigenen Angaben über eine US- Fertigungsplattform. Zusammen mit GoPros optischem Know-how und einem Portfolio von mehr als 2.500 US-Patenten soll so ein stärker auf den heimischen Markt ausgerichtetes Angebot entstehen.

Die Verwaltungsräte beider Unternehmen haben der Vereinbarung bereits zugestimmt. Der Abschluss wird bis Ende 2026 erwartet. Voraussetzung sind unter anderem die Zustimmung der GoPro-Aktionäre, behördliche Genehmigungen und weitere übliche Abschlussbedingungen.

GoPro (WKN: A1XE7G)

Die Transaktion verwandelt GoPro vom reinen Hersteller von Actionkameras, zu einer Plattform für optische Technologien mit Anwendungen in Zukunftsmärkten. Der kräftige Kurssprung spiegelt das wider. Ob GoPro die Erwartungen an das neue Geschäft mit optischen Transceivern und Verteidigungslösungen erfüllen kann, muss sich allerdings erst noch zeigen. Ein Kauf direkt nach dem Kurssprung drängt sich nicht auf.

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