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Deutsche Telekom – Parallelen zum WM‑Fiasko

Deutsche Telekom – Parallelen zum WM‑Fiasko
Foto: Wolfgang Rattay/File Photo/Reuters
Deutsche Telekom AG -%
Thomas Bergmann Heute, 12:30 Thomas Bergmann

Nicht nur DFB-Fans sind nach dem WM-Fiasko gegen Paraguay im Sechzehntelfinale enttäuscht. Schlimmer trifft es derzeit die Aktionäre der Deutschen Telekom: Der einstige DAX-Stabilitätsanker wirkt plötzlich angeschlagen. Jetzt entscheidet sich, ob die Aktie nur aus der Form ist – oder der nächste Rückschlag droht.

– Die Deutsche-Telekom-Aktie ist auf den tiefsten Stand seit August 2024 gefallen.
– UBS nennt Satelliten-Konkurrenz in den USA und Skepsis rund um T-Mobile US als Belastungsfaktoren.
– Charttechnisch zählen nun die Marken bei 23,40 Euro und 22,70 Euro.

Für die Deutsche Telekom läuft es an der Börse derzeit ähnlich bitter wie für die DFB-Elf beim blamablen WM-Aus gegen Paraguay: Die Aktie ist am Dienstag bis auf 23,78 Euro gefallen und damit auf den niedrigsten Stand seit 2024 abgerutscht. Seit dem Hoch Ende Februar bei rund 34 Euro hat der DAX-Titel rund ein Drittel an Wert verloren.

Am Vorabend hatte die Aktie der US-Tochter T-Mobile US an der Nasdaq deutlich nachgegeben. Mit einem Minus von fast fünf Prozent ging der wichtige US-Ableger aus dem Handel. Für Anleger ist das relevant, weil T-Mobile US ein zentraler Werttreiber im Telekom-Konzern ist.

UBS-Experte Polo Tang nennt zwei Gründe für die jüngste Schwäche. Zum einen sorgen sich die Anleger vor neuer Satelliten-Konkurrenz im US-Markt. Gemeint ist vor allem SpaceX mit Starlink. Nach Berichten über mögliche Mobilfunkpläne für US-Verbraucher wird befürchtet, dass Elon Musks Satellitennetz den Druck auf Verizon, AT&T und T-Mobile US erhöht. Daneben arbeiten auch AST SpaceMobile, Amazon Leo und Skylo an Direct-to-Device- oder Satellitenlösungen. Noch ersetzen diese Angebote klassische Mobilfunknetze nicht, sie erhöhen aber den Wettbewerbsdruck in einem bislang berechenbaren Markt.

Zum anderen herrscht Skepsis darüber, ob es zu einem Zusammenschluss mit T-Mobile US kommen könnte. Operativ laufe das Geschäft laut Tang eigentlich robust. 

Deutsche Telekom (WKN: 555750)

Der Rückfall auf den tiefsten Stand seit August 2024 ist ein klares Warnsignal. Entscheidend werden nun die Unterstützungen bei 23,40 Euro und 22,70 Euro. Rutschen die Papiere auch darunter, rückt das Tief aus dem April 2024 bei 20,73 Euro in den Fokus.

Die Deutsche Telekom ist operativ nicht aus dem Spiel. Das Geschäft läuft laut der UBS robust, und einige der aktuellen Sorgen könnten sich als überzogen erweisen. Für die Aktie zählt jetzt aber nicht die Theorie, sondern die Stabilisierung im Chart. Geduld ist gefragt.

FAQs:

Was macht die Deutsche Telekom?

Die Deutsche Telekom zählt zu den größten Telekommunikationskonzernen Europas. Zum Geschäft gehören Mobilfunk, Festnetz, Breitband, Unternehmenslösungen und die Mehrheitsbeteiligung an T-Mobile US.

Warum ist T-Mobile US so wichtig für die Deutsche Telekom?

T-Mobile US ist ein zentraler Wachstumstreiber des Konzerns. Entwicklungen im US-Markt haben deshalb direkten Einfluss auf die Wahrnehmung der Deutschen-Telekom-Aktie durch Anleger.

Welche Risiken belasten die Deutsche-Telekom-Aktie aktuell?

Der Markt sorgt sich vor allem um möglichen Wettbewerb durch Satellitenanbieter im US-Markt und um Unsicherheit rund um die künftige Struktur mit T-Mobile US.

Enthält Material von dpa-AFX

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Deutsche Telekom.

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