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Wall Street: Die frischen Zahlen sind da – mit Einordnung

Wall Street: Die frischen Zahlen sind da – mit Einordnung
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Ingo Nix Heute, 13:45 ‧ Ingo Nix
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Die US-Wirtschaft ist im dritten Quartal stärker gewachsen als erwartet. Nach der ersten Schätzung des Bureau of Economic Analysis (BEA) legte das Bruttoinlandsprodukt annualisiert um 3,4 Prozent zu. Ökonomen hatten mit 3,2 Prozent gerechnet, im zweiten Quartal waren es 2,2 Prozent. Die PCE-Preise stiegen im September um 0,5 Prozent zum Vormonat und um 3,6 Prozent zum Vorjahr – exakt wie erwartet.

  • US-Wachstum im dritten Quartal: 3,4 Prozent annualisiert, erwartet waren 3,2 Prozent
  • Kern-PCE im September: 0,3 Prozent zum Vormonat und 3,1 Prozent zum Vorjahr – genau im Rahmen der Erwartungen
  • Nach dem Zinsstopp vom Mittwoch stützen die Daten die Erwartung einer Fed-Erhöhung im Dezember

Die Konsumausgaben legten annualisiert um 3,8 Prozent zu, so stark wie im Vorquartal. Ein großer Teil des Wachstums kam allerdings aus den Lagern: Die Endverkäufe stiegen nur um 1,7 Prozent nach 2,8 Prozent im zweiten Quartal – rechnerisch steuerte der Lageraufbau damit rund 1,7 Prozentpunkte bei. Im September selbst verlor der Konsument an Tempo. Die persönlichen Einkommen stiegen um 0,2 Prozent (Konsens: 0,3 Prozent), die Ausgaben um 0,5 Prozent (Konsens: 0,6 Prozent). Da die Preise ebenso stark stiegen wie die Ausgaben, blieb preisbereinigt kaum Zuwachs übrig.

Ohne die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Nahrungsmittel stieg der PCE-Index im September um 0,3 Prozent zum Vormonat, wie erwartet. Bemerkenswert ist die Revision: Der Augustwert wurde von 0,2 auf 0,3 Prozent angehoben. Die Jahresrate der Kerninflation stieg von 3,0 auf 3,1 Prozent. Für das Gesamtquartal weist das BEA eine annualisierte Kernrate von 2,5 Prozent aus, nach 3,3 Prozent im zweiten Quartal. Das ist vor allem ein Effekt schwacher Sommermonate, kein nachlassender Preisdruck.

Darum sind die PCE-Zahlen für die Kursentwicklung wichtig

Der PCE-Preisindex ist das bevorzugte Inflationsmaß der Fed. Ungewöhnlich: Die Kerninflation nach PCE liegt mit 3,1 Prozent deutlich über der Kernrate nach CPI von 2,6 Prozent im September – normalerweise ist es umgekehrt. Entscheidend für die Fed ist die Monatsrate: Alles über 0,2 Prozent liegt aufs Jahr gerechnet klar über dem Ziel von zwei Prozent.

Das Wachstum im zweiten Quartal hatte das BEA Ende September von 1,5 auf 2,2 Prozent angehoben. Die Fed hatte den Leitzins im September auf 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben und am Mittwoch stillgehalten – bei zwei Gegenstimmen, die eine weitere Erhöhung forderten. Auch der Arbeitsmarkt gibt keine Entwarnung: Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe lagen in der Woche bis 24. Oktober bei 194.000, erwartet waren 199.000.

Wichtig zu wissen

Die nächsten Termine: Am Freitag, 30. Oktober, um 13:30 Uhr folgen die Arbeitskosten (ECI) für das dritte Quartal, am 25. November die Einkommen, Ausgaben und PCE-Preise für Oktober.

Infront S&P 500 (WKN: A0AET0)

An der Wall Street deuten die Futures vorbörslich auf einen schwächeren Start hin: Dow Jones -0,3 Prozent, S&P 500 -0,4 Prozent, Nasdaq 100 -1,2 Prozent. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe liegt bei 5,02. Brent kostet 114,30 Dollar je Barrel, Gold 4.035 Dollar je Feinunze.

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