Elon Musk hat laut Washington Post 446 Millionen Dollar aus eigener Tasche in die US-Zwischenwahl am 3. November gesteckt – so viel wie kein Einzelspender in der jüngeren US-Geschichte. Für Anleger zählt ein anderes Muster: Nach US-Zwischenwahlen (Midterms) sind Aktien historisch deutlich stärker gestiegen als in anderen Jahren.
S&P 500 nach den Midterms: Was die Geschichte zeigt
Der Vermögensverwalter BlackRock hat die Zwischenwahlen seit 1970 ausgewertet. In den sechs Monaten nach dem Wahltag legte der S&P 500 inklusive Dividenden im Schnitt 14,1 Prozent zu. In Jahren ohne Midterm waren es im selben Zeitfenster nur 5,7 Prozent. Der Mechanismus dahinter: Vor der Wahl preisen Anleger mehrere Ausgänge zugleich ein, danach nur noch einen. Die Erholung setzte im Schnitt schon rund einen Monat vor dem Wahltag ein, sobald die Umfragen klarer wurden.
Ganz egal ist der Ausgang allerdings nicht. Derzeit halten die Republikaner Weißes Haus, Repräsentantenhaus und Senat. Verlor die Regierungspartei bei früheren Zwischenwahlen diese Dreifachmehrheit, stieg der Index im folgenden Halbjahr im Schnitt nur um 10,4 Prozent. Gewann eine Partei die Kontrolle hinzu oder blieb der Kongress geteilt, waren es 16,1 Prozent.
Dazu kommt: Dieses Jahr läuft bereits gegen das übliche Muster. Statt der typischen Midterm-Flaute verzeichnet der S&P 500 aktuell ein Plus von rund 13 Prozent seit Jahresanfang – ein Teil der Nach-Wahl-Rally kann also schon im Kurs stecken. Und ein Durchschnitt aus 14 Wahlen ist keine Garantie für die fünfzehnte.
Der S&P 500 ging am Mittwoch (28. Oktober) bei 7.744 Punkten aus dem Handel, nachdem die US-Notenbank die Zinsen unverändert gelassen hatte. Bis zum 52-Wochen-Hoch bei 7.845 Punkten fehlen 1,28 Prozent – diese Marke ist der nächste Widerstand. Erste Unterstützung bietet die 50-Tage-Linie bei rund 7.700 Punkten; der Index notiert 0,60 Prozent darüber. Zur 200-Tage-Linie bei rund 7.300 Punkten beträgt der Abstand rund sechs Prozent, der übergeordnete Aufwärtstrend ist damit intakt. Rutscht der Index unter die 50-Tage-Linie, wäre das Chartbild vor dem Wahltag angeschlagen.
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