Die neuesten Inflationsdaten aus den USA liefern den Märkten zum Wochenschluss einen willkommenen Entlastungsimpuls. Zwar bleibt der Ölpreisschock infolge des Irankriegs ein Risikofaktor. Entscheidend ist aber: Ein stärkerer Preisdruck hat sich bislang nicht breit in der Inflation festgesetzt. Das stützt die Kurse, der deutsche Leitindex hält sich um die Marke von 24.000 Punkten.
Im Detail zeigt sich ein gemischtes Bild. Der Gesamtindex stieg im März saisonbereinigt um 0,9 Prozent zum Vormonat und um 3,3 Prozent zum Vorjahr. Haupttreiber war die Energiekomponente. Der Energieindex sprang im Monatsvergleich um 10,9 Prozent an, die Benzinpreise sogar um 21,2 Prozent. Umso wichtiger aus Marktsicht: Die Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel stieg im Monatsvergleich nur um 0,2 Prozent und im Jahresvergleich um 2,6 Prozent. Auch bei Nahrungsmitteln gab es auf Monatssicht keinen zusätzlichen Druck. Damit haben sich die Befürchtungen, der Irankrieg könnte die Inflation bereits jetzt deutlich stärker anheizen, vorerst nicht bestätigt.
Das stützt am Freitag die Risikobereitschaft. Die Konjunktur- und Zinsrisiken nehmen etwas ab, die Kurse ziehen moderat an. Der DAX hat die Marke von 24.000 Punkten wieder übersprungen. Charttechnisch bleibt die Zone über 24.100 Punkten nun der nächste operative Meilenstein, weil erst dort ein frisches Kaufsignal generiert würde.Auch von der Wall Street kommen bislang eher konstruktive Signale für den Handelsstart.
Die Daten passen in die positive Grundstimmung zum Wochenausklang. Sie nehmen den Märkten kurzfristig etwas Inflationsangst und stützen damit Aktien. Der strategische Unsicherheitsfaktor bleibt aber der Irankrieg. Entscheidend ist weiter, dass die Straße von Hormus bald für alle Schiffe frei befahrbar ist und der Ölmarkt nicht erneut eskaliert.
Heute, 14:45