07.04.2020 Dr. Dennis Riedl

US-Börsen: Breakaway Gap und Island Revearsal!

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S&P 500

Der S&P500-Index machte am Montag einen riesigen Satz nach oben und kletterte um 7,03 Prozent. Besonders beachtenswert war dabei, dass er gleich mehrere technische Signale der selteneren Art produzierte. Sehen wir uns diese einmal näher an. Was sie für die kommenden Tage und Wochen erhoffen lassen, wird in diesem Artikel diskutiert.

Breakaway Gap am Montag

So wie der DAX auch starteten die US-Börsen direkt mit einem Upgap, das nie mehr geschlossen wurde. Ein Upgap zum Wochenstart lässt der Theorie nach auf eine bullishe Woche hoffen. In den bisherigen Fällen war das Bild auch tatsächlich auch eher der Fall:

Die Trefferquote von rund 60 Prozent sollte allerdings niemanden vom Hocker reißen. Die Ergebnisse sind nicht deutlich besser als die gewöhnliche Performance des S&P500 an anderen Tagen. Das UpGap war allerdings kein gewöhnliches, sondern schloss eine Island Revearsal-Formation ab.

Seltenes Island Revearsal

Die charttechnische Formation „Island Revearsal“ (zu deutsch: „Inselumkehr“) tritt auf, wenn ein Kursbereich zunächst per Gap über/unterschritten wird und nach einiger Zeit genau dieser Bereich ebenfalls per Gap erneut zurückerobert wird. Im aktuellen Fall liegt ein bullishes Island Revearsal beim S&P500 vor – eine Trendwende nach oben. Die Insel bilden die Tage zwischen dem 2. Und 6. April. Ein Test dieses Kursmusters mit zwei bis fünf dazwischen liegenden Tagen (aktuell: 3) trat im amerikanischen BlueChip-Index seit 1990 erst 27 mal auf. Die Ergebnisse des S&P500 im Anschluss:

Die Ergebnisse sind ebenfalls bullish, im Gegensatz zu den UpGap-Ergebnissen in diesem Fall sogar nennenswert. In vier von fünf Fällen ging es nach solchen Signalen in der nächstn Handelswoche im S&P500 weiter bergauf. Binnen zwei Wochen liegt die durchschnittliche Performance immerhin über einem Prozent.

Ein Island Revearsal ist auf die mittlere Sicht tatsächlich ein bullishes Wendesignal. In Zeiten einer riesigen Volatilität der Märkte sowie dem alles überragenden Thema Covid19 sollten Anleger dennoch weiterhin besonders vorsichtig agieren.

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