Was unterscheidet erfolgreiche Anleger von denjenigen, die an der Börse immer wieder dieselben Fehler machen? Ist es Intelligenz? Eine besonders ausgefeilte Strategie? Das perfekte Gespür für den richtigen Einstiegszeitpunkt? Oder am Ende doch die mentale Stärke?
Eine Aktie zu analysieren, ist das eine. Nach dem Kauf die Nerven zu behalten, etwas ganz anderes. Anleger verkaufen Gewinner oft zu früh, halten an Verlierern fest und handeln in turbulenten Marktphasen aus Angst oder Gier. Wissenschaftliche Erhebungen zeigen: Psychologische Faktoren können die Rendite erheblich beeinflussen.
- Übermäßiges Handeln kostet Rendite: Die aktivsten Anleger schnitten in einer großen Studie deutlich schlechter ab als der Markt.
- Verluste wiegen psychologisch stärker als Gewinne: Das kann dazu führen, dass Anleger Gewinner zu früh verkaufen und Verlierer zu lange halten.
- Mentale Stärke heißt nicht, emotionslos zu sein: Entscheidend ist, die eigenen Denkfehler zu erkennen und nicht automatisch nach ihnen zu handeln.
Für ihre Studie „Trading is Hazardous to Your Wealth“ analysierten die Finanzwissenschaftler Brad Barber und Terrance Odean bereits im Jahr 2000 die Wertpapiergeschäfte von 66.465 US-Haushalten. Das Ergebnis: Die aktivsten Anleger erzielten im Untersuchungszeitraum durchschnittlich 11,4 Prozent Rendite pro Jahr, während der Markt auf 17,9 Prozent kam.
Der Grund liegt unter anderem in der Selbstüberschätzung. Wer glaubt, den Markt besser einschätzen zu können als andere, handelt häufiger – und produziert damit zusätzliche Kosten und Fehlentscheidungen.
Auch der sogenannte Disposition Effect ist gut dokumentiert. Anleger verkaufen profitable Positionen häufiger als verlustreiche. Einen Gewinn mitzunehmen fühlt sich gut an. Einen Verlust zu realisieren bedeutet dagegen, sich möglicherweise eingestehen zu müssen, falsch gelegen zu haben.
Mentale Stärke wichtig
Genau hier kommt die mentale Stärke ins Spiel. Erfolgreiche Anleger müssen nicht frei von Angst, Gier oder Selbstzweifeln sein. Entscheidend ist vielmehr, die eigenen Emotionen zu erkennen und ihnen nicht blind zu folgen.
Wer auch in turbulenten Marktphasen an seinem Plan festhält, statt impulsiv zu kaufen oder zu verkaufen, hat einen entscheidenden Vorteil. Mentale Stärke ist damit ein wichtiger Faktor für langfristigen Börsenerfolg.
Genau diesem Thema widmet sich auch Ken Fisher in seinem Buch „Das zählt für Erfolg an der Börse“. Er zeigt, wie Anleger typische Denkfehler erkennen, ihre eigenen Annahmen hinterfragen und ihr Gehirn bei Investmententscheidungen gewissermaßen austricksen können. Das Buch finden Sie hier.
Bei Google bevorzugen