Ripple will, dass Künstliche Intelligenz in XRP und dem neuen Stablecoin RLUSD bezahlt. Doch der Markt für automatisierte Transaktionen wird bisher vom Stablecoin USDC auf Netzwerken wie Base und Solana dominiert. Mit neuen Entwickler-Werkzeugen startet das Krypto-Unternehmen nun die Aufholjagd.
Wichtiges in Kürze:
•Ripple drängt mit XRP und dem neuen Stablecoin RLUSD in das Geschäft für automatisierte KI-Zahlungen.
•Bislang dominieren Netzwerke wie Base und Solana sowie der Stablecoin USDC diesen Sektor.
•Ripple lockt Entwickler mit sekundenschneller Abwicklung und hoher Sicherheit durch den Verzicht auf Smart Contracts.
Maschinen bezahlen Maschinen
Wenn KI-Agenten eigenständig handeln, fallen Kosten an. Die Programme kaufen API-Zugänge, zahlen für Rechenleistung oder begleichen Rechnungen. Damit das effizient funktioniert, braucht es Zahlungswege, die günstig sind und ohne die Freigabe eines Menschen auskommen. Genau hier setzt Ripple an.
Das Unternehmen hat diese Woche das „XRPL AI Starter Kit“ vorgestellt. Die Software-Werkzeuge erlauben es Entwicklern, KI-Agenten direkt an den XRP Ledger anzubinden. Bezahlt wird über das sogenannte x402-Protokoll, wahlweise mit der Kryptowährung XRP oder dem an den Dollar gekoppelten Stablecoin RLUSD.
Die Dominanz von Base und Solana
Der Markt ist allerdings bereits aufgeteilt. Aktuell nutzen KI-Dienste fast ausschließlich den Stablecoin USDC. Auch technologisch gibt es klare Favoriten. Die frühen Aktivitäten rund um das Zahlungsprotokoll x402 konzentrieren sich auf die Blockchains Base und Solana.
Zahlen der Plattform Web3 Trackers belegen das. Bislang wurden über 120 Millionen x402-Transaktionen mit einem Volumen von 41 Millionen Dollar abgewickelt. Die durchschnittliche Zahlungshöhe liegt bei gerade einmal fünf Cent. Während Base mit 70 Millionen Transaktionen und 21,5 Millionen Dollar Volumen den Markt anführt, folgt Solana mit 45 Millionen Transaktionen und 16,4 Millionen Dollar auf Platz zwei.
Keine Smart-Contract-Risiken
Ripple setzt auf die technischen Eigenheiten seines Netzwerks, um Entwickler abzuwerben. Der XRP Ledger wickelt Transaktionen in drei bis fünf Sekunden ab. Die Gebühren sind niedrig und vor allem berechenbar. Auch die integrierte dezentrale Börse ist ein Vorteil. Ein KI-Agent kann RLUSD versenden, während der Empfänger am anderen Ende automatisch XRP erhält. Der Grund: Das System tauscht die Werte im Hintergrund, ohne dass ein externer Dienstleister nötig ist.
Entsprechend wirbt Ripple mit einem hohen Maß an Sicherheit. Da die Zahlungsfunktionen fest im Netzwerkprotokoll verankert sind, entfällt das Risiko fehlerhafter Smart Contracts. Das macht die Lösung besonders für institutionelle Nutzer interessant, die keine Abhängigkeit vom neu geschriebenen Code wollen.
Tücken bei der Abwicklung
Doch das zugrundeliegende x402-Protokoll bringt eigene Risiken mit sich. Das System verbindet klassische Web-Anfragen mit Zahlungen auf der Blockchain. Die Website und die Blockchain müssen jederzeit synchron sein. Passiert hier ein Fehler, akzeptiert der Dienst möglicherweise einen falschen Zahlungsnachweis, ordnet das Geld der falschen Anfrage zu oder lässt eine alte Zahlung mehrfach gelten.
Ripple positioniert sich konsequent in einem Zukunftsmarkt. Die Idee, dass KI-Programme sich gegenseitig für Dienstleistungen bezahlen, birgt ein enormes wirtschaftliches Potenzial. Ob XRP jedoch zur Krypto der Wahl wird, bleibt anzuzweifeln. Ein Einstieg in die Kryptowährung drängt sich derzeit nicht auf.
FAQ
Was ist das x402-Protokoll?
Das x402-Protokoll ist ein Zahlungssystem, das Maschinen erlaubt, automatisiert für Online-Dienste zu bezahlen. Es basiert auf dem alten Internet-Fehlercode HTTP 402 („Payment Required“). Fordert ein KI-Agent eine kostenpflichtige Leistung an, erhält er eine Zahlungsaufforderung. Der Agent bezahlt die Gebühr direkt auf der Blockchain, reicht den Zahlungsnachweis ein und bekommt sofort Zugriff auf den Dienst.
Warum fokussiert sich Ripple auf Zahlungen von KI-Programmen?
KI-Agenten handeln zunehmend eigenständig. Sie kaufen API-Schnittstellen, mieten Rechenleistung oder begleichen Rechnungen für andere Dienste. Dabei entstehen unzählige, oft winzige Transaktionen. Das ist ein potenzieller Milliardenmarkt. Ripple will sich dieses Volumen sichern und etablieren, dass diese Zahlungen künftig mit XRP oder dem eigenen Stablecoin RLUSD über das hauseigene Netzwerk fließen.
Wer sind aktuell die größten Konkurrenten für Ripple?
Der junge Markt wird derzeit klar von bestehenden Lösungen dominiert. Die meisten automatisierten KI-Zahlungen laufen auf den Blockchains Base und Solana. Auch bei den Währungen gibt es einen klaren Favoriten: Das bevorzugte Zahlungsmittel ist bisher der an den Dollar gekoppelte Stablecoin USDC. Ripple steht also vor der Herausforderung, Entwickler zum Wechsel in das eigene Ökosystem zu bewegen.
Heute, 11:05