Der bekannte Marktstratege Tom Lee von Fundstrat hat auf der Branchenkonferenz Consensus 2026 in Miami eine klare Messlatte für das Ende des Kryptowinters formuliert: Steht der Kurs Ende Mai höher als Ende April, dann ist der Bärenmarkt nach seiner Einschätzung „definitiv vorbei“. Langfrist sieht er vor allem zwei Faktoren, die den Kurs antreiben.
Keypoints
• Fundstrat-Stratege Tom Lee nennt konkrete Bedingung für das Ende des Kryptowinters
• Historisches Bitcoin-Muster sendet laut Lee ein klares Bullenmarkt-Signal
• Zwei Megatrends sollen den nächsten Krypto-Zyklus antreiben
Die Ausgangslage dafür ist günstig. Nach positiven Monatsrenditen im März (+1,8 Prozent) und April (+11,9 Prozent) notiert Bitcoin im Mai bislang rund fünf Prozent im Plus. Kann er diesen Vorsprung bis zum Monatsende aufrechterhalten oder sogar noch ausbauen, wäre es die dritte positive Monatsperformance in Folge.
Lee sieht darin ein historisch verlässliches Signal. „Bitcoin hat in einem Bärenmarkt noch nie drei Monate in Folge im Plus geschlossen“, sagte er in Miami. Im Umkehrschluss bedeutet das für ihn: Gelingt es, dieses Muster zu vervollständigen, markiert das den Beginn eines neuen Bullenmarkts – und das Ende des Abwärtstrends, der den Bitcoin von seinem Allzeithoch bei rund 126.000 Dollar im Oktober 2025 bis auf 60.000 Dollar im Februar gedrückt hatte.
Lee zufolge unterschätzen viele Anleger die Stärke der aktuellen Erholung, weil sie psychologisch noch im letzten Kryptowinter verhaftet seien. Zusätzlichen Rückenwind liefern ihm technische Signale: John Bollinger, Erfinder der gleichnamigen Bollinger-Bänder, hat sein Trendmodell für Bitcoin zuletzt auf positiv gedreht.
Über das kurzfristige Preisziel hinaus zeichnete Lee auf der Consensus ein größeres Bild für den nächsten Bullenmarkt. Zwei Megatrends sieht er als zentrale Treiber: Tokenisierung und KI-gestützte Finanzdienstleistungen. KI-Agenten würden künftig zunehmend auf Blockchain-Netzwerke setzen, um Werte autonom zu bewegen. Stablecoins seien dabei bereits auf dem Vormarsch – ihr Transaktionsvolumen habe das von Visa übertroffen.
Der Stratege verwies auf Schätzungen, wonach der globale Wertpapiermarkt mit einem Volumen von 300 Billionen Dollar langfristig auf Blockchain-Infrastruktur migrieren könnte. Kryptounternehmen hätten dabei strukturelle Kostenvorteile gegenüber klassischen Banken.
Lee verglich JPMorgan mit seinen rund 300.000 Mitarbeitern mit Unternehmen wie dem Stablecoin-Emittenten Tether, die ähnliche Gewinne mit einem Bruchteil der Belegschaft erzielen. Sein Fazit: „In zehn Jahren werden die Hälfte der größten Finanzinstitute der Welt native Digitalunternehmen sein."
Den April beendete der Bitcoin im Bereich von 76.300 Dollar, aktuell notiert er knapp unterhalb der 80.000er-Marke, nachdem er zur Wochenmitte bei rund 82.700 Dollar auf den höchsten Stand seit Februar geklettert war. Kann er seine Gewinnserie auch im Mai fortsetzen, wäre es ein starkes Signal, dass die Bullen wieder am Zug sind. Mutige Neu- und Wiedereinsteiger können sich weiterhin mit ersten Positionen für dieses Szenario in Stellung bringen.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.
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