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Circle: Cathie Wood hat es wohl kommen sehen

Circle: Cathie Wood hat es wohl kommen sehen
Foto: Brendan McDermid/REUTERS
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Nikolas Kessler Heute, 10:55 Nikolas Kessler
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Der Stablecoin-Emittent Circle hat am Freitag die US-Zulassung als nationale Treuhandbank erhalten (DER AKTIONÄR berichtete). Die Aktie hat darauf mit einem Kurssprung um bis zu 15 Prozent reagiert. Cathie Wood von ARK Invest hat das offenbar kommen sehen und kurz davor noch einmal kräftig nachgekauft.

• Cathie Wood kauft unmittelbar vor Erteilung der US-Banklizenz Circle-Aktien nach

• Die Aktie reagierte mit deutlichen Kursgewinnen auf die fundamentale Aufwertung.  

• Die Kursziele der Analysten gehen nach der Meldung weit auseinander.  

Wie aus einer Mitteilung des Vermögensverwalters hervorgeht, hat ARK Invest am Donnerstag insgesamt 217.896 Circle-Aktien erworben. Die Käufe wurden strategisch auf drei Kernfonds aufgeteilt: den ARK Innovation ETF, den ARK Next Generation Internet ETF und den ARK Blockchain & Fintech Innovation ETF. Circle-Aktien machen nun jeweils 3,1 Prozent, 3,0 Prozent respektive 4,3 Prozent des Gesamtvolumens dieser Fonds aus.

Am Tag des Kaufs notierten die Papiere mit einem Minus von 1,7 Prozent. Doch bereits am darauffolgenden Freitag, nach Bekanntgabe der Genehmigung durch das Office of the Comptroller of the Currency (OCC), legte die Aktie in der Spitze um rund 15 Prozent zu. Zum Handelsschluss an der Wall Street stand noch ein Kursplus von rund fünf Prozent auf 66,14 Dollar an der Kurstafel.

Geteilte Analystenmeinungen zur langfristigen Ertragskraft

Trotz des kurzfristigen Kursgewinns und der operativen Aufwertung durch die Treuhandbanklizenz bewerten Wall-Street-Analysten die Aktie weiterhin fundamental unterschiedlich. Das Analysehaus Wolfe Research betonte in einer aktuellen Studie, dass die Genehmigung zwar einen positiven regulatorischen Meilenstein darstelle, kurzfristig jedoch keinen wesentlichen Gewinnkatalysator für das Unternehmen liefere. Die Experten behalten daher ihre Einstufung auf „Underperform“ mit einem Kursziel von 65 Dollar bei.

Demgegenüber steht die bullishe Einschätzung von Clear Street. Analyst Owen Lau sieht in der Lizenzierung das Fundament, um langfristig neue Einnahmequellen zu erschließen. Nach Ansicht des Instituts spiegelt die vorausgegangene Kursentwicklung eine deutliche Übertreibung des Marktes nach unten wider. Clear Street bestätigt die Kaufempfehlung für Circle und beziffert das Kursziel auf 157 Dollar. Nach dieser Maßgabe hätte die Aktie noch 137 Prozent Luft nach oben.

Durch die neue OCC-Zulassung kann Circle die Reserven für seinen Stablecoin USDC künftig direkt im eigenen Haus verwalten und institutionellen Kunden Verwahrungsdienstleistungen anbieten. Diese Zusammenführung unter Bundesaufsicht bildet laut Befürwortern die notwendige Infrastruktur, um etablierte Banken direkt auf öffentlichen Blockchains agieren zu lassen.

Circle Internet Group Inc (WKN: A417ZL)

Cathie Wood hat mit dem jüngsten Zukauf ein glückliches Händchen bewiesen und setzt weiterhin langfristig auf Circle. Ein langer Atem ist auch nötig, denn anhaltende regulatorische Unsicherheit und wachsende Konkurrenz haben den IPO-Überflieger aus dem Vorjahr zuletzt schwer belastet. Nachdem die AKTIONÄR-Empfehlung kürzlich unglücklich ausgestoppt wurde, sollten Anleger vor dem Wiedereinstieg eine klare Trendwende im Chart abwarten.

FAQs

Wie verdient Circle als Stablecoin-Emittent Geld? 

Das Geschäftsmodell von Circle basiert primär auf den Zinserträgen aus den Finanzreserven, die den Stablecoin USDC absichern. Für jeden ausgegebenen digitalen Dollar nimmt das Unternehmen einen echten US-Dollar ein und legt diesen in hochliquiden, risikoarmen Anlagen wie kurzlaufenden US-Staatsanleihen oder Bankguthaben an. Die darauf anfallenden Zinsen bilden die Haupteinnahmequelle des Unternehmens. 

Ist Circle eine Krypto-Börse wie Coinbase oder Binance?

Nein, Circle betreibt keine Handelsplattform für Privatanleger, sondern versteht sich als regulierter Finanzinfrastruktur-Anbieter. Das Kerngeschäft umfasst die Herausgabe digitaler Währungen (USDC und EURC) sowie die Bereitstellung von Programmierschnittstellen (APIs) und Entwickler-Tools. Damit ermöglicht Circle es Unternehmen, Banken und Fintechs, Zahlungen und Abrechnungen weltweit direkt über öffentliche Blockchains abzuwickeln. 

Welchen Risiken unterliegt das Geschäftsmodell von Circle?

Da der Großteil der Umsätze aus den Renditen der Reserveguthaben generiert wird, ist Circle abhängig vom globalen Zinsumfeld und der Politik der US-Notenbank Federal Reserve. In Phasen hoher Leitzinsen arbeitet das Modell hochprofitabel; sinken die Zinsen jedoch, schrumpfen die Erträge aus den Staatsanleihen direkt zusammen. Zudem entscheidet das Vertrauen des Marktes in die lückenlose 1:1-Absicherung über den Verbleib des Kapitals im USDC-Ökosystem. 


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