Der Kryptomarkt erlebt einen herben Rückschlag. Innerhalb von nur 24 Stunden lösten sich rund 80 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung in Luft auf. Der Grund: Die erneuten US-Luftschläge gegen den Iran haben die Hoffnung auf eine schnelle diplomatische Lösung zunichtegemacht. Es ist der tiefste Stand für den Sektor seit Mitte April.
Während Diplomaten im Hintergrund über ein Ende der Kämpfe verhandelten, schufen die USA am späten Mittwoch militärische Tatsachen. Das US-Militär griff nach eigenen Angaben iranische Militärstützpunkte an und schoss vier Drohnen nahe der Straße von Hormus ab. Die Antwort aus Teheran folgte prompt: Die iranischen Revolutionsgarden meldeten einen Vergeltungsschlag gegen eine US-Basis in Kuwait.
Zusätzliche Nervosität lösten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump aus. Bei einem Treffen im Weißen Haus erklärte er, mit dem aktuellen Verhandlungsstand „nicht zufrieden“ zu sein. Er deutete zudem weitere militärische Schritte an. Die Märkte, die Anfang der Woche noch auf einen baldigen Friedensdeal gewettet hatten, reagierten mit Fluchtreflexen.
Bitcoin und Ethereum unter Druck
Die Krypto-Leitwährung Bitcoin verlor in den vergangenen 24 Stunden 3,5 Prozent und rutschte kurzzeitig unter die 72.000-Dollar-Marke. Damit markierte der Kurs den niedrigsten Stand seit dem 13. April. Auch Ethereum konnte sich dem Abwärtssog nicht entziehen. Die zweitgrößte Kryptowährung fiel unter die psychologisch wichtige Marke von 2.000 Dollar und notierte zuletzt bei 1.976 Dollar.
ETF-Anleger ziehen die Reißleine
Die Verkaufswelle zeigt sich auch bei den ETFs. Der Bitcoin-ETF von BlackRock (IBIT) verzeichnete am Mittwoch Nettoabflüsse in Höhe von 527,8 Millionen Dollar. Dies ist der zweithöchste Tagesverlust seit dem Start des Fonds im Januar 2024. Nur am 30. Januar floss mit rund 528,3 Millionen Dollar geringfügig mehr Kapital ab.
Insgesamt zogen Anleger am Mittwoch 733,4 Millionen Dollar aus den elf in den USA zugelassenen Bitcoin-Spot-ETFs ab. Auch die Produkte von Fidelity und Grayscale meldeten deutliche Abflüsse. In den vergangenen zwei Wochen summieren sich die Rückzugsbewegungen bei den ETFs damit auf mehr als zwei Milliarden Dollar.
Durch den Kursrutsch hat der Bitcoin die Unterstützung von 74.000 Dollar verloren. Solange diese nicht zurückerobert wird, dürfte die Kursrichtung in nächster Zeit abwärts sein.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.
Heute, 08:39