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Bitcoin und Strategy: Das sieht nicht gut aus

Bitcoin und Strategy: Das sieht nicht gut aus
Foto: Chidori_B/Shutterstock
Bitcoin - United States Dollar -%
Nikolas Kessler Heute, 17:30 Nikolas Kessler

Während die Aktienmärkte die neuerlichen Nahost-Sorgen zu Wochenbeginn schon wieder abschütteln konnten, geht es am Kryptomarkt unentwegt weiter nach unten. Der Bitcoin verliert am Dienstag auf 24-Stunden-Sicht rund fünf Prozent. Die Papiere der Treasury-Firma Strategy – die nicht ganz unschuldig an den aktuellen Turbulenzen ist – verlieren sogar fast zehn Prozent.

Die Lage am Kryptomarkt trübt sich am Dienstag weiter ein. Als größter Verlierer unter den zehn wertvollsten Digitalwährungen nach Marktkapitalisierung geht es für den Bitcoin um rund fünf Prozent bis in den Bereich von 67.700 Dollar abwärts. Damit notiert die digitale Leitwährung so tief wie seit Anfang April nicht mehr. Einige Branchenbeobachter warnen nun bereits vor einem erneuten Test des 52-Wochen-Tiefs im Bereich der 60.000er-Marke.

Auch am übrigen Kryptomarkt dominieren weiterhin die roten Vorzeichen. Die kumulierte Marktkapitalisierung aller Coins und Token sinkt am Dienstag um rund 3,5 Prozent auf 2,35 Billionen Dollar. Der Fear & Greed Index für den Kryptomarkt ist im Vergleich zur Vorwoche um elf Punkte auf 23 Zähler abgerutscht und signalisiert damit wieder „extreme Angst“.

Bitcoin (ISIN: CRYPT0000BTC)

Strategy trifft es besonders hart

Die Aktie von Strategy, dem größten Treasury-Unternehmen der Welt mit 843.706 Bitcoin in den Büchern, trifft der Abverkauf besonders hart. Nachdem die Aktie bereits am Montag mehr als sechs Prozent tiefer geschlossen hat, geht es am heutigen Dienstag im US-Handel zeitweise um mehr als zehn Prozent abwärts. Dabei spielt sicher eine Rolle, dass Strategy an den aktuellen Marktturbulenzen nicht ganz unschuldig ist.

Am Montag hat das Unternehmen den ersten Bitcoin-Verkauf seit Dezember 2022 und den zweiten Verkauf in der Unternehmensgeschichte verkündet. Konkret wurden in der letzten Mai-Woche 32 Bitcoin im Gegenwert von rund 2,5 Millionen Dollar verkauft – Peanuts, sowohl mit Blick auf den riesigen Bitcoin-Bestand von Strategy als auch auf das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen von gut und gerne 25 Milliarden Dollar.

Obwohl der Strategiewechsel, der künftig auch Verkäufe vorsieht, bereits Anfang Mai angekündigt wurde, schlägt der Vorgang in der Kryptobranche und am Markt hohe Wellen. Kein Wunder: Er steht in krassem Gegensatz zur „Never-sell“-Mentalität, die Michael Saylor in den vergangenen Jahren dogmatisch verkörpert hat.

Psychologie schlägt Mathematik

Aus unternehmerischer Sicht kann es aber sinnvoll sein, die gehaltenen Bitcoin-Bestände aktiv zu nutzen, statt sie nur zu horten. Darüber hinaus ist die grundsätzliche Bereitschaft, Coins zu verkaufen, ein wichtiges Signal an die Aufsichtsbehörden (DER AKTIONÄR berichtete). Gut möglich, dass Strategy die Coins mit einem steuerlich wirksamen Verlust verkauft und bereits wieder zu einem günstigeren Kurs zurückgekauft hat. Denn Saylor hat klargestellt, dass der Bestand trotz gelegentlicher Verkäufe unter dem Strich weiter steigen soll.

Anfang Mai kündigte er an, den Markt bald mit einem ersten Verkauf „sensibilisieren“ zu wollen. Der erste Piks ist nun gesetzt und der Markt zeigt die erwartete Reaktion. Psychologisch ist diese nachvollziehbar, mathematisch nicht. Bleibt also zu hoffen, dass sich die Marktteilnehmer schnell mit dem neuen Ansatz von Strategy anfreunden.

Strategy (WKN: 722713)

Der erste Bitcoin-Verkauf von Strategy seit rund dreieinhalb Jahren fällt in eine ohnehin angespannte Marktphase. Solange das Unternehmen wie versprochen Netto-Käufer bleibt, dürften sich die Wogen wieder glätten. Krypto-Investoren brauchen im aktuellen Umfeld aber weiterhin starke Nerven. 

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.

Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.

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