Bitcoin‑Ausverkauf: Kryptowährung kurzfristig unter 70.000 Dollar

Bitcoin‑Ausverkauf: Kryptowährung kurzfristig unter 70.000 Dollar
Foto: Chidori_B/Shutterstock
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Philipp Schleu Heute, 09:20 Philipp Schleu

Bitcoin-Anleger erlebten einen ungemütlichen Donnerstag. Die wichtigste Kryptowährung sackte auf der Traditionsbörse Bitstamp unter die psychologisch wichtige Marke von 70.000 Dollar. Auf anderen Plattformen wie Coinbase konnte der Kurs hingegen knapp oberhalb dieser Marke verharren. Das Minus der letzten sieben Tage summiert sich damit auf rund elf Prozent. Dadurch wächst nun auch wieder die altbekannte „Vier-Jahres-Angst“.

In der Krypto-Szene wächst die Sorge vor einer Wiederholung der Geschichte. Der Grund: Bitcoin folgte in der Vergangenheit oft einem starren Vier-Jahres-Zyklus, der nach großen Anstiegen heftige Korrekturen vorsah. Das Analysehaus K33 Research stellt zwar „beunruhigende Ähnlichkeiten“ zu den Bärenmärkten von 2018 und 2022 fest, warnt aber vor Panikverkäufen. Vetle Lunde, Chefanalyst bei K33, hält einen totalen Absturz für unwahrscheinlich. Während in früheren Zyklen Pleiten von Firmen wie FTX oder Terra Luna den Markt in den Abgrund rissen, ist das Umfeld heute ein anderes. Auch die Aussicht auf sinkende Zinsen wirkt als Puffer.

Signale für eine Bodenbildung

Die Datenlage liefert derzeit allerdings widersprüchliche Signale. Am 2. Februar verzeichnete der Markt ein Handelsvolumen von über acht Milliarden Dollar. Ein solch hohes Volumen deutet oft darauf hin, dass die Talsohle erreicht ist. Gleichzeitig wurden spekulative Wetten auf steigende Kurse (Long-Positionen) im Wert von 1,8 Milliarden Dollar zwangsliquidiert. Solche Bereinigungen gelten unter Tradern oft als notwendiges Übel vor einer Trendwende. Dennoch bleibt die Lage technisch fragil. Die Zone um 74.000 Dollar, die lange als Unterstützung diente, wurde nach unten durchbrochen. Die nächsten wichtigen Marken liegen nun beim alten Rekordhoch von 2021 bei rund 69.000 Dollar oder beim gleitenden 200-Wochen-Durchschnitt bei etwa 58.000 Dollar.

Bitcoin (ISIN: CRYPT0000BTC)

Institutionelle Stütze verhindert den freien Fall

Trotz der Kursverluste sieht K33 Research einen entscheidenden Unterschied zu früheren Krisen: Die institutionelle Akzeptanz. Milliarden Dollar fließen weiterhin in börsengehandelte Bitcoin-ETFs, und Banken bauen ihre Krypto-Services weiter aus. Diese neue Käuferschicht agiert meist weniger emotional als Privatanleger. Entsprechend gelassen zeigt sich Analyst Lunde für die langfristige Entwicklung. Er sieht keinen Grund für einen Ausverkauf wie im Jahr 2022, als Bitcoin zeitweise 80 Prozent einbüßte.

Bitcoin kämpft aktuell stark mit der Psychologie der Marktteilnehmer und der Angst vor alten Mustern. Zwar sind die technischen Marken angeknackst, doch die fundamentale Basis ist durch institutionelles Kapital heute deutlich breiter als in früheren Zyklen. Bis die 74.000-Dollar-Marke überwunden ist, besteht dennoch kein Grund für bullishe Hoffnungen.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.

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