Neue Ausgabe: 12 Top-Aktien für Post-Corona-Ära
21.01.2003 DER AKTIONÄR

Risiken sind kalkulierbar

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Trendthema

Die Chancen für eine friedliche Lösung der Irak-Krise scheinen zu sinken. US-Präsident George W. Bush griff in der vergangenen Woche in einem ungewöhnlich scharfen Ton Saddam Hussein an. "Ich habe die Spielchen und Verschleierungen satt. Das ist meine Meinung zum Zeitplan.", so Bush.

Die rhetorische Kriegsvorbereitung der USA erreicht damit einen neuen Höhepunkt. Denn bislang hatten die Amerikaner versichert, es gebe keinen festen Zeitplan für einen Waffengang.

Für Unruhe an der Börse sorgte auch die Aussage des UNO-Chefinspekteurs Hans Blix. In einem Interview ließ er durchblicken, dass man nach wochenlanger Suche nun womöglich doch auf ein verstecktes Rüstungsprogramm der Iraker gestoßen ist.

Zumindest gäbe es Hinweise auf die Einfuhr verbotener Rüstungsgüter, die unter anderem zur Herstellung von Massenvernichtungswaffen eingesetzt werden könnten.

Sind mit diesen Meldungen weitere Kursverluste in den kommenden Monaten an der Börse vorgezeichnet? Bei allen Risiken, die ein Krieg der USA gegen den Irak hätte, sollte man als Anleger dennoch die Ruhe bewahren.

Tatsache ist nämlich, dass die USA über 100.000 Soldaten, unzählige Schiffe, Flugzeuge und Panzer in der Irak-Region zusammengezogen haben.

Dieser Armada steht eine völlig desolate und schlecht ausgerüstete irakische Armee gegenüber. Ein längerer Krieg scheint unter diesen Umständen mehr als unwahrscheinlich, die Gefahren sind also durchaus kalkulierbar. Eine Absetzung des irakischen Diktators und eine Demokratisierung des Landes hätte zudem weitreichende positive Folgen für den gesamten Nahen Osten.

Nach dem Niedergang der Sowjetunion und dem Zerfall des Ostblocks kündigt sich mit der Vertreibung Saddams Husseins die zweite große Umwälzung unserer Zeit an. Damit verbunden ist die Hoffnung auf ein Comeback der Weltwirtschaft, die nun einmal seit rund 100 Jahren unverrückbar mit dem Öl verbunden ist.

Ihr Bernd Förtsch

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