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Foto: Deutsche Börse, Deutsche Börse
16.09.2003 DER AKTIONÄR

Die Hausse "reift"

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Wohl keine andere Börsenweisheit umschreibt die aktuelle Lage an den Märkten so passend wie die folgende: "Eine Aktienhausse wird in der Panik geboren, wächst in der Angst, reift im Optimismus und stirbt in der Euphorie".
Der Ausgangspunkt der derzeitigen Rallye fiel nämlich ausgerechnet in das Frühjahr 2003, also in eine Phase, die durch Krieg und Angst vor terroristischen Anschlägen geprägt war. Fast täglich erfuhr man in den Medien von neuen Horrorszenarien. So sollte der Ölpreis, wenn sich die arabische Welt mit dem "Kriegsopfer" Irak solidarisieren würde, auf über 100 Dollar je Barrel nach oben schnellen und jedes wirtschaftliche Leben in der westlichen Hemisphäre im Keim ersticken.
Passiert ist dies allerdings nicht. Weder ist der Ölpreis nach oben geschossen, noch ist die Welt in Krieg und Chaos versunken. Doch von dieser erfreulichen Entwicklung konnte man damals eben noch nichts wissen, und dennoch wurde exakt zu jenem Zeitpunkt die Basis für die Aktienhausse gelegt.
Zurzeit befinden wir uns im Übergang von Phase zwei zu Phase drei der Börsenweisheit: Eine Aktienhausse wächst in der Angst und reift im Optimismus. Denn obwohl die Kurse fast täglich steigen, scheuen nach wie vor viele Anleger den Einstieg. Zu tief sitzt das Misstrauen, die Angst vor einem erneuten Aktiencrash. Doch die Stimmung hellt sich auf. Verschiedene Indikatoren signalisieren eine Belebung der Wirtschaftstätigkeit, Unternehmen können ihre Umsätze und Gewinne steigern. Die Anleger fassen wieder Vertrauen in die Finanzmärkte und legen ihr Geld in Aktien an.
Doch wie bereits gesagt, noch befinden wir uns im Übergang von Phase zwei zu Phase drei. Von einem überschäumenden Optimismus ist der Aktienmarkt noch himmelweit entfernt, der "Reifeprozess" ist noch ganz, ganz jung. Dies lässt Raum für satte Kurssteigerungen, bevor der Optimismus dann wieder, zu einem viel späteren Zeitpunkt, in Euphorie umschlägt und die Aktienhausse ganz langsam, aber sicher ihr ? zumindest vorläufiges ? Ende findet.

Bernd Förtsch
Herausgeber

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